Es war einer dieser Abende. Ich war mal wieder ziemlich ziellos im Internet unterwegs. Doch weder Katzenvideos, noch neue Kochrezepte konnten mich so richtig fesseln. Zum Glück kam dann eine Pressemitteilung ins Haus, die mich in ihren Bann zog. Denn als Vorlage für das Spiel waren Computerspiele wie Heroes of Might & Magic, Baldurs Gate, Diablo und Planescape Torment benannt. Mit allen hatte ich in jüngeren Jahren viel Zeit verbracht und so war klar, dass ich mir das Projekt unbedingt näher ansehen musste.


Presseinfos – Merkmale

Spiel: Strategisches kompetitives RPG

Genre: Fantasy

Modulares Spielfeld: Die Spieler decken die Karte im Laufe ihres Spiels auf. Die Karte wird durch die Verwendung von Tri-Hex-Steinen erstellt und ist für jedes Spiel und Szenario variabel aufgebaut. Kein Spiel gleicht dem anderen.


Helden: Die Spieler wählen einen von fünf Helden aus. Jeder Held hat einen einzigartigen Spielstil, eine Reihe von Fähigkeiten und einen einzigartigen Fortschrittspfad.

Gegenstände: Es gibt eine große Anzahl von Gegenständen im Spiel, darunter Rüstungen, Waffen, verschiedene Arten von Schmuck, Schriftrollen, Tränke, Edelsteine, Essenzen, Gaar und mehr.

Aufrüstbare Ausrüstung: Rüstung und Schmuck können durch die Verwendung von acht verschiedenen Arten von Edelsteinen aufgerüstet werden.


Rüstung: Rüstungen gibt es in fünf Materialarten: Leder, Kette, Platte, Krak und Drache. Jeder Rüstungssatz besteht aus fünf Teilen: Helm, Kürass, Handschuhe, Beinschienen und Stiefel.

Spielstil: Da es fast keine Einschränkungen hinsichtlich der Ausrüstung gibt, die ein Held benutzen kann, steht dem Spieler eine große Kombination von Spielstilen zur Verfügung.

Variable Strategie: Obwohl es sicherlich einen fairen Anteil an Kämpfen innerhalb des Spiels gibt, gibt es eine Menge anderer zuverlässiger Strategien, die der Spieler anwenden kann, Strategien wie Bergbau, Erkundung, das Lösen von Quests und Interaktion. Während des Spiels wählen die Spieler die Strategien, die sie anwenden möchten, und sind in ihrer Wahl nicht eingeschränkt.

Drei Drachen: Farruga, Mirrezil, Brasath

Drei Szenarien: Das Spiel enthält drei Szenarien, eines für jeden Drachen. Jedes Szenario fügt neue Regeln, Ereignisse und Kartenplättchen hinzu.

NPC und Quests: Quests können in Orte der Begegnung und Orte der Legenden erfüllt werden und Belohnungen erhalten.

Einzigartige „Monster-KI“: Monster werden von dem/den anderen Spieler(n) kontrolliert. Dieser Mechanismus ist ein wesentlicher Bestandteil des Spiels und kann Teil der Strategien der gegnerischen Spieler werden.

Einzigartige Reroll-Mechanik durch Gaar-Spielmarken: Die Spieler können einen ihrer Würfel erneut würfeln und ihrem Wurf 2 hinzufügen.


Schiitische Intervention: Es gibt spezielle Mechaniken, um schlechte Spielerwürfe oder besonders gute Monsterwürfe auszugleichen. Mit anderen Worten: Es gibt eine Ausgleichsmethode für die Zufälligkeit, die mit dem Würfeln einhergeht.

Solo-Modus: Eine Solo-Mechanik ermöglicht es den Spielern, das Spiel durch die Verwendung spezieller Kampfkarten ohne Gegner zu spielen.

In der Schachtel: Das Basisspiel enthält mehr als 1.450 Komponenten und wiegt 6,5 kg.

Kurzgeschichten: Das Spiel wird von mehreren Kurzgeschichten begleitet, um dem Spieler die Welt und die Überlieferung von Euthia näher zu bringen.


Die Regeln – Kurzabriss

So eine Pressemeldung ist immer schön und gut. Aber, was wichtiger ist, was steckt tatsächlich dahinter. Also habe ich den Verlag angeschrieben und mir die Regeln zuschicken lassen. Zuerst einmal musste ich tief durchatmen. 42 Seiten warteten darauf, erkundet zu werden. Die kann ich hier natürlich nicht alle wiedergeben. Aber ich versuche, das Wichtigste aufzuzählen.

Das Spiel ist kompetitiv. In jedem der drei Szenarien gibt es am Ende einen Drachen zu bekämpfen. Dabei legt das Szenario nicht nur diverse Sonderregeln und die verwendeten Plättchen fest, sondern auch, wie viel Zeit wir in der Welt von Euthia verbringen werden.

Wir haben dabei Aktionsplättchen zur Verfügung. Auf diesen sind nicht nur Bewegungspunkte vermerkt, sondern auch, was wir noch anstellen dürfen. So können wir unter anderem Rohstoffe abbauen, die wir an Händler verkaufen oder zur Erfüllung von Quests an bestimmten Orten abliefern können. Wo wir schon bei Händlern sind, dort können wir uns Fantasy-Typisch mit neuen Ausrüstungsgegenständen eindecken.

Kommen wir zum Kampf. Wie läuft dieser denn genau ab? Gut, in der Anleitung sind es viele Zwischenschritte. Aber kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Mitspieler ausgelost wird, der das Monster steuert. Dieser zieht Kampfkarten, die, je nach Gegner, variabel sind. Wir und das Monster verwenden erst einmal zwei Würfel, um den Angriffswert zu bestimmen. Die Ausrüstungsgegenstände, Karten und die Nähe zu Elementaren – die sich auf der Karte herumtreiben – beeinflussen das Ergebnis. Außerdem können wir „Gaar“ abwerfen, um neu zu würfeln.

Ist das Spiel vorbei, wird noch alles zu Punkten gemacht und zu den im Spiel gesammelten gezählt. Wer die meisten hat, gewinnt.


Erste Meinung

Optisch macht Euthia auf mich schon mal einen wirklich epischen Eindruck. Viel Material trifft auf ein 4-X ähnliches Spielfeld. Ich kann mich also frei bewegen und je nach Laune erkunden, sammeln oder kämpfen. Dabei verzichtet das Spiel komplett auf Flavour-Texte, die mich inzwischen fast überhaupt nicht mehr reizen. Denn, während sie einer der Mitspieler mal mehr, mal weniger gekonnt vorträgt, schweifen die Gedanken meist doch eh zum nächsten eigenen Zug.

Ob ein Spiel dieser Art wirklich 42 Seiten an Regeln benötigt ist jedoch so eine Frage. Nachdem ich sie quergelesen habe, weiß ich aber, dass die Abläufe nicht allzu komplex sind, man jedoch die ersten Partien wahrscheinlich häufig nachschlagen wird. Was ich vom Kampfsystem halten soll, weiß ich noch nicht so recht. Es wirkt, als ob es relativ schnell abzuhandeln ist und bietet, durch die Steuerung des Monsters durch Mitspieler genügend Gemeinheiten, die man sich gegenseitig um die Ohren hauen kann. Gleichfalls kann man es immer noch auf „wirf zwei Würfel und rechne alles ein, was das Ergebnis beeinflussen könnte“ reduzieren. Also nicht sonderlich anspruchsvoll, aber hoffentlich schnell genug zu bewältigen, um das Spiel nicht zu sehr ins Stocken geraten zu lassen.

Von den vielen verschiedenen Möglichkeiten, die die einzelnen Helden bieten, war in den Regeln noch nicht viel zu finden. Jedoch denke ich, dass dies hauptsächlich durch die zugehörigen Karten und Ausrüstungsgegenstände bewerkstelligt wird.

Euthia wirkt bisher auf mich, wie das Kind einer Liason aus einem Ameritrash- und einem Euro-Spiel. Kein Weg wird komplett beschritten, aber von beidem ist genügend vorhanden, damit man seinen Spaß haben könnte. Man sammelt Rohstoffe und versucht, sie punkteträchtig unterzubringen, ohne ein komplexes Umwandlungssystem bedienen zu müssen. Man zieht in Abenteuer, ohne sich mit allzu kruden, nicht genau definierten Regeln herumschlagen zu müssen.

Alles in allem ist Euthia ein Kickstarter, den ich auf jeden Fall beobachten werde. Schön wäre natürlich eine deutsche Version, denn ich bin mir sicher, dass der Titel eines der Spiele ist, mit dem ich bei meiner Familie richtig punkten kann. Er sieht toll und sehr einladend aus und bietet dennoch eine gewisse Varianz. Ein Kickstarter Abenteuerspiel, ohne 100+ Stunden Kampagne, die ich eh nie durchspielen werde. Reduziert auf das wesentliche und damit genau in meinem Beuteschema.

Am 05. Mai startet der Kickstarter. Ich drücke DIEA-Games die Daumen und hoffe für uns alle, dass uns ein schönes Spiel erwartet.

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Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist. So erreicht ihr ihn: Christian@Spielstil.net

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