Tulpenfieber
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10

Tulpenfieber

Autor: Uwe Rosenberg
Spieler: 1 – 4
Dauer: 30 Minuten
Komplexität: Einsteiger

Transparenz:
Kostenloses Rezensionsexemplar

Tulpenfieber

Mein grüner Daumen ist legendär. Bisher habe ich noch jede Pflanze kleinbekommen. Egal ob Basilikum, Benjamin oder Brombeeren. Allesamt habe ich schon zu Kompost verarbeitet. Dabei ist das natürlich keine Absicht, aber eben meine mangelnde Fähigkeit, die sich schon so weit herumgesprochen hat, dass ein Zittern durch die Gärtnerei geht, wenn ich sie betrete. Da lobe ich mir Brettspiele, hier kann sogar ich Pflanzen wachsen lassen und das Ergebnis meiner harten Arbeit ernten. Tulpen waren hier noch nicht dabei. Bis jetzt.

Das ist ja Kniffel

Im Kern ist Tulpenfieber eine Abwandlung von Kniffel. Alle Spielenden haben ihr eigenes Beet, auf dem diverse Konstellationen an gleichen Wurfergebnissen und Straßen aufgedruckt sind. Am Zug werfen wir die uns zur Verfügung stehenden Würfel bis zu dreimal und dürfen dann eines der noch offenen Ergebnisse mit einem Tulpenbeet markieren.

Der Clou, möchten wir mehr als dreimal würfeln, drehen wir einfach zwei Tulpenbeete um und haben einen weiteren Versuch. Zusätzlich ist es möglich, sich im Spielverlauf weitere Würfel und gewählte Ergebnisse freizuspielen.

Am Ende gewinnt, wer die vorgegebene Konstellation als Erstes mit Tulpen bedecken konnte.

Mein Gott ist das schön bunt hier.

Mögt ihr Kniffel? Dann könnte Tulpenfieber eine nette Abwechslung sein, die das Grundgeschehen des Klassikers optisch, wie auch durch kleinere Varianten auffrischen kann. Mir selbst geht Tulpenfieber aber einfach nicht weit genug, beziehungsweise schafft es nicht, mich an den Tisch zu bringen.

Ich fühle mich bei dem Spiel, als ob ich eine Pflichtveranstaltung absolviere. Dabei wieder komplett für mich alleine. Heißt wir sitzen alle beisammen und irgendwann hat jemand gewonnen. Für mich ohne erkennbaren Spannungsbogen. Aber den empfinde ich schon bei Kniffel nicht, wenn ich versuche, eine der möglichen Konstellationen zu erhalten.

Auch das Material bringt mich nicht in Wallung. Ja, es ist zweckdienlich, mehr aber auch nicht. Die Blumenbeete sind eine Ansammlung von Farbpunkten, die bis zu einer bunten Ansammlung zusammenstehen können, die an alte „magische Auge“ Bücher erinnert.

Nein, Tulpenfieber ist nicht mein Spiel. Steht ihr aber auf Kniffel, könnt ihr meine Wertung ruhig verdoppeln, denn dann seid ihr die Zielgruppe und habt Spaß daran, was das Spiel mitbringt.

Help
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Help!

Autor: Kim Vandenbroucke
Spieler: 3 – 5
Dauer: 20 Minuten
Komplexität: Einsteiger

Transparenz:
Kostenloses Rezensionsexemplar

Help

Nein, Help ist nicht mein Aufschrei, wenn eine neue Partie Tulpenfieber ansteht. Es ist vielmehr das spielgewordene Konzept dieses schnellen Kartenspiels. Und wenn wir ehrlich sind, braucht jeder von uns einmal Hilfe. Hier nur häufiger als sonst.

Kannst du mir mal helfen?

Help ist schnell erklärt. Am Zug müssen wir eine Karte spielen. Dies kann eine Zahl sein, die mindestens eins höher sein muss als die vorherige oder eine der Sonderkarten. Mit Letzterer ist es möglich, nächste Runde nichts ausspielen zu müssen, die letzte Karte zu entfernen, eine Karte einzutauschen oder einen Joker zu verwenden.

Können wir jedoch nichts ausspielen, fragen wir bei der Mitspielenden, die vor uns sitzt, ob sie uns aushelfen kann. Wenn ja, tauschen wir eine Karte aus und spielen weiter. Wenn nicht, endet die Runde und alle anderen bekommen einen Punkt

Wer zuerst drei Punkte sammelt, gewinnt.

Komm schon, gib dir einen Ruck

Für Help braucht es nicht viel. Wir machen die Schachtel auf, teilen die Karten aus und legen einfach los. Keine langwierige Erklärung oder Ausführungen. Dabei ist Help dann doch etwas weniger gehässig, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Spätestens, wenn man seinen nachfolgenden Spielenden eine reinwürgen möchte und feststellt, dass man selbst aushelfen muss und mit punktet, wenn es daneben geht, sorgt dafür, dass einem die Flausen ausgetrieben werden. Zumindest so lange, bis es darum geht, andere in den Abgrund zu stoßen, wenn sie bereits 2 Punkte ihr Eigen nennen.

Aber so richtig Planen lässt sich nichts. Wir sind eher ein Spielball des Schicksals, was hier aufgrund der schnellen und eher emotionalen Handlung nichts ausmacht. Allein das Kichern, wenn wieder nach Hilfe gefragt werden muss, reicht, um ein angenehmes Spielgefühl entstehen zu lassen. Sitzt man aber mit Langweilern am Tisch, die dem Spiel nichts abgewinnen können, ist die Stimmung schnell gestört. Macht mir aber nichts, weil ich weiß, wer mit mir darin aufgeht und gehässig kommentiert.

Auf lange Sicht kann Help zwar nicht sättigen, aber für einen kurzen Snack zwischendurch ist es immer wieder gut. Wir haben einfach eine schöne gemeinsame Zeit.

columbus egg
7
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Columbus‘ Egg

Autor: Timo Jokitalo, Vesa Timonen
Spieler: 1
Dauer: je nach Rätsel
Komplexität: Einsteiger

Transparenz:
Kostenloses Rezensionsexemplar

Columbus‘ Egg

Das Ei des Kolumbus ist kein besonders Rezept für tausendjährige Eier, sondern eine Anekdote aus dem Leben des Entdeckers. Eine nicht sauber formulierte Wette und ein durch einen Trick errungenen Sieg. Nicht so bei Columbus‘ Egg. Denn hier hilft nur die harte Denkleistung eines selbst.

Ich liebe Ostern!

Für eine Partie nehmen wir eine der Rätselkarten und legen diese in die Form ein. Die Farben und Zahlen in den Zeilen und Spalten geben dabei an, wie viele Eier welcher Art dort platziert werden müssen. Sind wir sicher, alles passend gesteckt zu haben, können wir mit der beiliegenden Lösung überprüfen, ob wir richtig liegen.

Insgesamt bietet das Knobelspiel 40 Aufgaben in 4 unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen.

Picross mit Eiern

Wer schon einmal eine der vielen Picross Apps gespielt hat, weiß, was in Columbus‘ Egg auf einen zukommt. Ich selbst mag die Art Spiele und Knobel dementsprechend gerne aus, wie die Lösung lauten könnte. Dabei sind die ersten beiden Schwierigkeitsstufen eher für jüngere Spieler gedacht und keine großartige Herausforderung, wenn man weiß, wie die Art Rätsel funktionieren. Danach gibt es die ein oder andere interessante Kopfnuss, die man später nicht nur rein logisch lösen kann.

Dabei ist das Spiel auch haptisch nett, auch wenn die Eier doch etwas billig aussehen. Dennoch macht es Spaß, sie in das Gitter rein- und umzustecken.

Columbus‘ Egg ist für alle, die einfach mal von der digitalen Welt abschalten und sich in Ruhe mit einem Rätsel beschäftigen möchten. Die Lösung, wenn der PM Logiktrainer mal nicht mehr ausreicht. Schade nur, dass die Box nicht so designt wurde, dass auf kleinem Raum alles transportabel in der Hosentasche mitgenommen werden kann.

Wir haben das Rezensionsexemplare ohne Auflagen vom Verlag bekommen.
Mehr Informationen zu Affiliate Links und Rezensionsexemplaren findet ihr in unserer Übersicht zur Transparenz und in den Bestimmungen zum Datenschutz.

Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist.So erreicht ihr ihn: Christian@Spielstil.net

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