Boss Monster – Pegasus 2016

Und wieder ein Spiel mit Dungeon Thema. Doch diesmal stehen wir auf der anderen Seite. Das ist neu… Obwohl, das hatten wir ja auch schon. Nicht nur in Peter Molyneux Klassiker Dungeon Keeper von Bullfrog, sondern auch bereits im Brettspielbereich mit Dungeon Lords. Auch das Pixelthema, welches im Indie-Videospielbereich gerade überstrapaziert wird ist nicht unbedingt neu. Aber selten wurde sie so liebevoll umgesetzt, wie hier. Und schon allein deswegen stach mir Boss Monster immer und immer wieder ins Auge. Gleichzeitig hatte ich immer die Befürchtung, dass ich zu hohe Erwartungen haben werde, die nur enttäuscht werden können. Aber getreu dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ habe ich mir Boss Monster nun doch endlich zugelegt. Und hier möchte ich euch von meinen Erfahrungen berichten.

 

 

Bebilderte Beispielszüge findet ihr in dieser Galerie:

 


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Wir werden uns in diesem Beispiel ein 2 Personenspiel anschauen. Dieses läuft im Endeffekt genau gleich wie das für 3 oder 4 Personen. Es werden lediglich gewisse Helden aussortiert. Der Rest ist identisch.

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Zum Rundenbeginn werden neue Helden aufgedeckt. Diese sagen uns, dass die Helden in den Dungeon gehen werden, die die größten Schätze vorweisen wird. Gleichzeitig können wir erkennen, dass die Helden 6 und 8 Lebenspunkte mitbringne werden.

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Jeder Spieler legt verdeckt eine neue Raumkarte (sofern er eine Spielen möchte). Wir werden einen bestehenden Raum überbauen.
 Da wir, im Gegensatz zu unserem Gegner, keine Schätze in unserem Dungeon lagern werden die Helden dort nach ihrem Glück suchen.

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Blöd für ihn, dass seine Räume nicht genügend Schaden verursachen. Beide Helden können Problemlos zum Boss vordringen und ihm Schaden zufügen.

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Runde 2 – Die neuen Helden suchen nach Wissen. Blöd für uns, dass wir uns genau darauf spezialisiert haben. Also sollten wir uns schon mal entsprechend vorbereiten.

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Wir erweitern unseren Dungeon, können jedoch jetzt bereits absehen, dass die Helden unserem Boss in den Hintern treten werden.

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Held Nummer 1 hat insgesamt 6 Lebenspunkte. Im ersten Raum verliert er 1 LP, im zweiten 3 LP. Also insgesamt 4 LP, bleiben ihm noch 2. Zum Glück haben wir einen passenden Zauber auf der Hand. Wir schicken den Glückspelz einfach zurück zum ersten Feld unseres Dungeons. Bis zum Ende des Dungeons hat der Held also weitere 4 LP verloren und wir konnten ihn besiegen.

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Den zweiten Held können wir nicht aufhalten. Er verletzt unseren Boss. Somit haben wir diese Runde nicht nur eine Seele, sondern auch eine Wunde gesammelt.

So geht das Spiel weiter, bis ein Boss 5 Wunden einstecken musste und dadurch aus dem Spiel ausscheidet. Alternativ endet es, wenn ein Boss 10 Seelen sammeln konnte und somit siegreich aus dem Wettstreit hervorgeht.


Fundstücke

Ich weiß, normalerweise würde ich hier nun mit einem Fazit schließen, aber Boss Monster lässt mir keine Wahl. Ich muss einfach auf ein paar „Easter Eggs“ hinweisen. Ich kann nicht anders. Als Kind der 80er bin ich natürlich mit 8- und 16-Bit Konsolen aufgewachsen. Und beide werden zur genüge zitiert. Die Grafiken selbst sind ganz klar 16-Bit nachempfunden. Aber was finden wir denn noch?

Die Spieleschachtel der englischen Original Ausgabe sieht einer NES-Verpackung sehr ähnlich. Selbst auf das „Seal of Quality“ welches Nintendo mit dem NES eingeführt hatte ist vorhanden. Leider hat Pegasus den Querverweis versaut. Man hat noch versucht mit einem Game-Boy Umriss die Kurve zu kriegen, aber das ganze wirkt leider nicht so liebevoll, wie das Original.


Der Boss Cerebellus wird im Untertitel als „Vater-Hirn“ ausgewiesen. Haben wir das nicht schon irgendwann gehört? Wer von euch Metroid gespielt hat weiß, dass man dort am Schluß „Mother-Brain“ gegenübertritt.


Der Boss Robobo dürfte dem einen oder anderen aus einem anderen Spiel bekannt vorkommen. Natürlich, Double Dragon. Dort trefft ihr auf deinen Gegner namens Abobo, der Robobo auch ziemlich ähnlich sieht.


Okay… ich höre schon auf… Ich werde nichts über den Verweis auf Assassins Creed erzählen oder Castlevania. Schließlich möchte ich auch den Spaß am Entdecken nicht verderben.

Fazit

Was lässt sich zu Boss Monster sagen? Es ist schnell Aufgebaut und schnell gespielt. Und dazwischen? Dazwischen hat man genügend Spaß. Das klingt jetzt nüchterner, als es ist. Schließlich wird die Schadenfreude angetrieben, wenn man einem Gegner die Tour vermasselt. Das siegessichere Grinsen durch einen geschickt platzierten Zauber aus dem Gesicht zu wischen. Das sind die guten Momente.

Die schlechten sind diejenigen, in denen man merkt, dass man mit seinen Handkarten das komplette Spiel über nichts ausrichten kann. Wobei man diesen Nachteil nicht allzu sehr werten kann. Boss Monster ist erfrischend kurz, so dass es sich nicht lohnt sich lange zu ärgern.

Boss Monster ist ein gutes Spiel zum Beginn oder dem Abschluss eines Spieleabends. Oder, wenn man mal kurz Zeit für ein Spielchen hat. Natürlich erhält es durch seine Aufmachung einen großen Bonus bei Nerds. Aber hey, irgendwo muss ich mein unnützes Wissen doch auch mal erfolgreich anwenden können.
Noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Es gibt für das original Boss Monster noch Erweiterungen. Die will ich haben!
Also, versaut es mir nicht wieder, wie bei Revolver und kauft Boss Monster. Es soll sich für Pegasus lohnen die Erweiterungen auf deutsch zu veröffentlichen.

 

Boss Monster

Pegasus 2016


Autor: Johnny & Chris O’Neal
Dauer: ca. 5 -10 Minuten je Spieler
Spieler: 2-4
Schwierigkeit: Einfach

Anmerkungen

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