SPIELSTIL Rezension
Lesezeit: 3 Minuten
Ein Spiel entwickelt von Javier Martínez Gómez, Jesús Fuentes
erschienen bei frechverlag
Wie bei Penguin Airlines Pinguine als Piloten einzusetzen mag jetzt nicht unbedingt die sicherste, aber zumindest eine der witzigeren Ideen sein. Wenn ich mir vorstelle, wie die kleinen Frackträger durch die Gegend düsen, umschleicht mein Gesicht ein freudiges Lächeln. Zumindest solange ich nicht an Bord sitze.
Die ganzen Schalter und Regler können schon verwirrend sein.
Denn in Penguin Airlines kommt es, wie es kommen muss. Panik bricht aus, der Praktikant sitzt vor der Konsole und weiß nicht, was zu tun ist. Gut, dass im Tower besser ausgebildete Pinguine bereitsitzen, um mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Was dabei jedoch herauskommt, ist heilloses Chaos.
(Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug)
Die Konsole wird aufgebaut, ein unglücklicher Pilot davorgesetzt und schon kann das Spiel beginnen. Ein Mitspieler nimmt eine der Karten und versucht rein mit Worten zu erklären, was sein Gegenüber denn nun tun muss. Mal müssen bestimmte Knöpfe gedrückt, mal Schalter umgelegt oder Regler gedreht werden. Immer genau so, wie es die Karte vorgibt.
Hier muss man seinem Piloten vermitteln, dass der obere rote Knopf, sowie der Schalter C gedrückt werden müssen.
Macht derjenige, der die Erklärung bekommt das, was zu tun ist, ist die Karte erfüllt und es gibt einen Punkt. Wenn nicht, muss ein Finger auf dem falschen Bedienfeld bleiben. Das schränkt nicht nur die Sicht ein, sondern behindert die nächste Ausführung auch ungemein.
Die Runde endet nach dem zweiten Fehler oder wenn die Zeit abgelaufen ist. Es gibt dann einen Punkt je erfüllter Karte. Waren alle fünf gestellten Aufgaben innerhalb der Zeit erfüllt, verdoppelt sich der Ertrag. Sobald ein Team 12 Punkte bekommen hat, endet das Spiel. Abgerundet wird es mit einer Team- oder eine Kooperativen Variante.
(Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug)
Was ich wahrscheinlich noch nie erzählt habe, ist, dass ich eine Zeit lang im Support eines Verlages für eine Handwerkssoftware gearbeitet habe. Und eines muss ich sagen. Der Job und Penguin Airlines haben gewisse Parallelen. Bei beiden versucht man Menschen mitzuteilen, was sie denn nun tun sollen. Der Vorteil bei Penguin Airlines ist, dass niemand irgendwelche Fehlermeldungen ungelesen wegklickt oder selten irgendetwas macht, was man ihm nicht gesagt hat.
Aber dennoch ist Penguin Airlines nicht mein Spiel. Dabei finde ich die Grundidee sehr lustig. Spielerisch passiert aber unglaublich wenig. Das Spiel verlasst sich zu sehr auf die witzige Ausgangslage. Und diese ist einfach viel zu einfach. Dem Spiel hätte manche Verbesserung sehr gutgetan.
Weitere Module, die den Ablauf etwas durcheinanderwirbeln – also mit Zusatzregeln, nicht wenige neue Arten von Karten. Hier macht Bombbusters aktuell einen super Job. Dem wird durch einfache Abweichungen dem immer gleichen Spielprinzip weiter Leben eingehaucht.
Die Tafeln sind vorne und hinten bedruckt und können frei zusammengestellt werden. Die drei hier sind für Fortgeschrittene.
Schade um die süßen Pinguine, aber Penguin Airlines ist leider ein Spiel, mit dem man mich nicht an den Tisch bekommt. Aber auch andere Runden, bei denen ich unkommentiert zugesehen habe, hatten sich danach gefragt, was sie hier nun eigentlich getan haben.
Penguin Airlines mag mechanisch so funktionieren, wie es gedacht war, aber leider ist das nicht genug.
Penguin Airlines von Javier Martínez Gómez, Jesús Fuentes
Eine total witzige Spielidee, die leider eher eine Bruchlandung hingelegt hat. Es fehlt einfach neben dem Thema an einem interessantem Spiel.
Christian:
Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.
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