Space Explorers

Autor: Yuri Zhuravljov
Verlag: Spielefaible

Spieler: 2-4
Dauer:
20 - 40 Minuten
Zielgruppe: Fortgeschrittene

8
10

Das Weltall fasziniert Menschen schon seit ewigen Zeiten. Zuerst rein durch die sichtbaren Himmelskörper, resultierte die Begeisterung darin, dass Ende der 1950er ein Wettlauf begann. Wer sollte der Erste sein, der dem unendlichen Raum seine Geheimnisse entlockt? Obwohl es noch viele Jahre dauern sollte, bis der Mensch auf dem Mond landen sollte, waren auch die Erkenntnisse, die aus dem Beginn gezogen werden konnten, maßgeblich daran beteiligt, dass Neil Armstrong 1969 seine berühmten Worte an die Menschheit richten konnte.

In Space Explorers beteiligen wir uns gerade an diesem Wettlauf. Ob dabei Spaß aufkommt, erzählen wir euch hier.

Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein Riesenschritt für die Menschheit.

(Neil Alden Armstrong)


In Space Explorers baut jeder Spieler seine eigene Forschungsstation auf. Jedoch muss man sich nicht um Kleinigkeiten, wie Gerätschaften, Räumlichkeiten oder Ähnliches kümmern, sondern einfach das passende Team zusammenstellen. Die zur Verfügung stehenden Experten kommen dabei aus fünf unterschiedlichen Bereichen. Je mehr Experten wir in einem Bereich haben, desto billiger werden neue Mitarbeiter, die wir dort einstellen können.

Dieser Astronaut kostet 3 Zahnräder und 1 Uhr. Da bereits ein Astronaut ausliegt, reduzieren sich die Kosten. Dabei werden immer die Kosten von unten weggenommen. Heißt, ein ausliegender Astronaut spart uns hier 1 Uhr. Den Rest bezahlen wir mit den Plättchen.

Die übrigen Kosten bezahlen wir entweder über farblich passende Plättchen, die wir dem Mitspieler zu unserer Linken weitergeben, oder Experten, die wir von unserer Hand zurück in die Auslage legen. Ist ein Experte eingestellt, stehen uns seine Sonderfähigkeiten so lange zur Verfügung, bis er überbaut wird. Aber anstatt einen Mitarbeiter einzustellen, können wir uns in unserem Zug auch einen der ausliegenden Experten sichern, indem wir diesen auf die Hand nehmen.

Schaffen wir es, mit unseren Mitarbeitern, genügend Wissen anzuhäufen (heißt, haben wir die nötigen Symbole in der benötigten Anzahl), schießen wir eines der ausliegenden Projekte ins All. Das bringt nicht nur Punkte, sondern läutet auch das Spielende mit ein. Denn sind entweder alle Projekte abgeschlossen oder hat ein Spieler seinen 12. Experten eingestellt, endet das Spiel.

Wir haben die nötigen Symbole gesammelt, um die Explorer 1 ins All zu schießen. Das Projekt nehmen wir zu uns.

Nun zählt jeder die Punkte auf seinen Experten und Projekten. Wer die meisten hat, gewinnt.

Das Weltall ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt überall, dessen Umfang nirgends ist.

(Blaise Pascal)


Christian meint:

Space Explorers ist ein angenehm schnelles Spiel, das aus lauter Mikro-Entscheidungen besteht. Es entsteht keine lange Downtime, sondern ein guter Rhythmus aus Aktion und Überlegung. Dabei fühlt sich das Spiel, sofern man auf die Projekte spielt, tatsächlich wie ein Wettlauf an. Stets beobachtet man seine Gegner, wie weit sie sind und wie schnell man sein müsste, damit einem keiner die Butter vom Brot klaut. Wobei man die Projekte auch einfach links liegen lassen kann, und sich voll und ganz auf die Experten und ihre Punktemöglichkeiten konzentrieren kann. Es ist nicht nur ein Weg, der zum Erfolg führt.

Die beidseitig bedruckte Spielerhilfe ist unerlässlich.

Der Einstieg ist dabei etwas holprig, da die Symbole nicht ganz eindeutig klar machen, welche Sonderfunktion nun hinter diesem Experten steckt. Zum Glück liegt für jeden Spieler eine zweiseitige Hilfe bei, auf der alle Karten nach ihrer Nummerierung erklärt werden. Wobei man sich im Normalfall auch nur auf seine eigenen Belange konzentriert. Denn, wie in vielen modernen Spielen, gibt es kaum Interaktion zwischen den einzelnen Spielern. Jeder baut für sich selbst. Wobei es häufiger, als in anderen Spielen, vorkommt, dass man sich etwas wegnimmt.

Auch die Optik gefällt mir. Die Bilder sind schön, hätten jedoch gerne etwas vielfältiger sein dürfen. Ok, es ist einfacher sie zuzuordnen, wenn sie alle gleich aussehen, aber ein und dieselbe Grafik in unterschiedlichen Zoomstufen zu verwenden, ist nicht gerade das, was ich einfallsreich abwechselnd nenne.

Unsere Auslage am Ende des Spiels. Man muss nicht immer Experten in allen Bereichen einstellen, um siegreich zu sein.

Alles in allem ist Space Explorers ein Spiel, das ich gerne auf den Tisch bringe. Jeder ist nach kürzester Zeit integriert und eine Partie dauert nicht allzu lange. Dabei entsteht ein gewisser Wettlauf-Charakter, der mir gefällt. Natürlich kann man dem Spiel einen grundlegenden Glücksfaktor nicht absprechen. Wir haben leider keinerlei Möglichkeiten Zugriff auf bestimmte Experten zu erhalten, die wir aktuell dringend benötigen. Sie müssen zufällig in der Auslage erscheinen oder eben oben auf dem Nachziehstapel liegen. Dennoch ein schönes Spiel, das ich empfehlen kann. Und auch, wenn es Ähnlichkeiten zu Splendor gibt, hat Space Explorers noch genügend Eigenheiten, um sich zu abzuheben.

Das gefiel uns:

  • Leicht zu erlernen.
  • Verschiedene Wege.
  • Kaum Downtime

Das nicht so:

  • Manchmal entscheidet das Glück.
  • Grafik könnte abwechslungsreicher sein.

Zusammenfassung

Ein schönes Spiel mit Raumfahrtthema. Die vielen Mikro-Entscheidungen sorgen für einen steten Spielfluss. Leider spielt hier auch wieder jeder vorwiegend mit sich selbst. Doch vertrösten dann die verschiedenen Wege dafür, dass nicht nur die eine Strategie zum Sieg führt.
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Christian Renkel
Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist. So erreicht ihr ihn: Christian@Spielstil.net
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