London 2nd Edition

Auf London 2nd Edition von Martin Wallace wurde ich zum ersten Mal über die Hotness Liste von Boardgamegeek aufmerksam. Bis dato hatte ich ehrlich gesagt, noch nichts über das Spiel, geschweige über den Autor gelesen. Die meisten Beiträge hatten jedoch gemeinsam, dass sie voll Lob und Begeisterung für dieses Spiel waren. Ich suchte zu der damaligen Zeit ein Spiel mit Städtebauthema. Da es zufällig zur SPIEL in Essen heraus kam, kaufte ich es spontan. Ich wusste zuerst nicht, auf was ich mich da eingelassen hatte. Aber es hatte sich richtig gelohnt.



London calling to the faraway towns, now war is declared, and battle come down...

(The Clash - London calling)

Bei London 2nd Edition handelt es sich um eine Deckbuilding-Spiel. Die Spieler bauen das 1666 nach einem riesigen Stadtbrand zerstörte London wieder auf.

Ist man an der Reihe, zieht man zuerst eine Karte vom Nachziehstapel. Dann muss man sich für eine von vier Aktionen entscheiden:

  • man zieht weitere drei Karten vom Nachziehstapel oder vom Ablagetableau,
  • kauft eines der drei ausliegenden Prestigegebäude,
  • spielt eine Karte von der Hand vor sich aus, um mehrere Stapel zu bilden, oder
  • löst die Funktionen der vor einem liegenden Kartenstapel aus.

Je nach ausliegenden Karten bekommt der Spieler Siegpunkte, Geld, weitere Karten und 'Armut'. Diese zählt am Ende negative Siegpunkte. Interessant dabei, die ausgelösten Karten sind bis zur Berechnung der finalen Siegpunkte aus dem Spiel. Sie können nicht mehr verwendet werden.

So überschaubar ist das Spielmaterial

Das Spiel endet, wenn der Nachziehstapel leer ist. Die Spieler zählen ihre Siegpunkte zusammen, ziehen die erworbene 'Armut' ab und ermitteln ihren Gewinner.

I met my love, By the gas works wall. Dreamed a dream, By the old canal. I kissed my girl, By the factory wall. Dirty old town, Dirty old town.

(Ewan MacColl - Dirty old town)


Thorsten meint:

London gefällt mir aus mehren Gründen.

Da wären erst mal die einfachen kurzen Regeln. Man hat vier Aktionen und das war es. Das kann man in relativ kurzer Zeit lernen. Die Tücke steckt dann im Detail. In den Karten verstecken sich mehrere Siegpunktmühlen, die es zu finden und bauen gilt. Eine spannende Aufgabe, da Karten ständig zwischen den Spielern hin und her wechseln, bis sie durch das Auslösen dauerhaft aus dem Spiel entfernt werden.

Eine Auswahl an Aktionskarten...

Mit der Mechanik der 'Armut' steckt ein interessanter Mechanismus in dem Spiel. Es zwingt die Spieler, das Ausspielen der Karten auf das Genaueste abzuwiegen. Das nahe liegende "Alles raus, was geht"- Prinzip eines Dominions geht bei London gnadenlos nach Hinten los.

Weiterhin bin ich von den Zeichnungen auf den Karten begeistert. Sie sind wirklich schön! Das Spielmaterial ist absolut hochwertig. Die Karten sind aus dicken Papier, die Spielebox enthält ein Sortiereinsatz, in dem alle Spielkomponenten ihren Platz findet.

Prestigegebäude zum Bauen und Nutzen...

Bevor ich es vergessen, das Spiel gibt es nur in englische Sprache. Die meisten Karten habe nur wenige Zeichen drauf, die schnell gelernt sind, und das Regelheft ist auch nicht besonders dick.

Und noch eine Kleinigkeit sei erwähnt. Es gibt keine Erweiterungen. Wer auf Deckbuilder mit 12 Erweiterungen á 250 Karten steht, wird leider enttäuscht sein. Der Überraschungseffekt nimmt ab einer gewissen Wiederholung naturgemäß ab. Dafür lernt man die Karten und die im Spiel verborgenen Mechanismen umso besser kennen. Und die reichen meiner Meinung nach vollkommen aus.

Ein toller Deckbuilder aus hochwertigem Spielmaterial, welcher in jeder Spieleranzahl Spaß macht. Es ist definitiv kein Straßenfeger für jeden Spieleabend. Aber ein ruhiges strategisch-anspruchsvolles Kartenspiel, dass mir immer wieder Spaß macht.

Thorsten Klauder
Written by Thorsten Klauder
Brett-, Rollen- und Table Top-Spieler - zu wenig Platz für Spiele, zu groß das Shelf of Shame
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