Invisible Ink – Huch! & Friends – 2017

Was ein richtiger Agent sein will, der muss viel Training durchlaufen. Und wenn wir von Agenten reden, dann nicht von James Bond. Der ist ein Abziehbild unserer Fähigkeiten. Denn unser wahrer Job besteht nicht aus Alkoholika und schönen Frauen. Nein, wir leben richtig gefährlich. So ist es unabdingbar, dass wir uns geheime Nachrichten zukommen lassen. Und was verwendet der Geheimagent von Welt dafür? Natürlich “Invisible Ink”.
 
Invisible Ink 

Sie können Ihren Charme abstellen, Mr. Bond. Ich bin dagegen immun.

(Pussy Gallore – Goldfinger)

Bei “Invisible Ink” handelt es sich um ein Partyspiel. Wir erhalten Begriffe, die wir zeichnen und unsere Mitspieler erraten müssen. Alles unter Zeitdruck natürlich. Und damit das nicht zu einfach wird gibt es die Agentenbrillen. Je nachdem, was der Würfel anzeigt muss sie der Zeichner, die Rater oder alle aufsetzen. Der Clou. Trägt man die Brille kann man die Farbe nicht sehen, was einen vor gewisse Herausforderungen stellt.

Einen kurzen Ablauf findet ihr in dieser Galerie:


Mit ein paar Zügen zu Dritt zeige ich euch, was euch bei „Take that“ erwartet.
Der Spieler zu unserer Linken beginnt. Mit seiner ersten Karte legt er fest, wo die Reihe beginnt.
Der nächste Spieler entscheidet sich eine Karte der Reihe hinzu zu fügen. Diese darf maximal 10 Punkte über oder unter der vorherigen Karte liegen.
Auch wir legen eine Karte dazu.
Der nächste Spieler möchte eine Karte aus der Reihe nehmen. Hierzu muss er aus seiner Hand die „getwistete“ Karte dazu auslegen. Heißt die Zahlen müssen genau umgedreht sein. So benötigt er für die 62 im Beispiel die 26.
Er nimmt beide Karten zu sich und legt sie als offenen Punktestapel ab.
Danach werden die restlichen Karten der Reihe wieder zusammengeschoben.
Ein paar Züge später sind wir wieder an der Reihe, damit ihr seht, was passiert ist, habe ich die Karten offen fotografiert. Wir können weder eine Karte rechts an die Reihe anlegen (diese müsste zwischen 56 und 76 liegen), noch eine Karte nehmen (wir haben keinen „Twist“ zu einer der ausliegenden Karten).
Als Strafe nehmen wir die komplette Reihe zu einem verdeckten Minusstapel zu uns.
Dafür dürfen wir mit einer beliebigen Karte die neue Reihe eröffnen.

Das Spiel geht weiter, bis der Zugstapel leer ist und die ausliegende Reihe ein letztes Mal genommen werden musste. Im Anschluss zählt man seine Punkte. -5 für jede Kröte. -1 für jede andere Karte auf dem Minusstapel. Die gesammelten Karten auf dem offenen Punktestapel bringen uns jeweils 1 Punkt. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Tut mir Leid. Das Blatt vorhin war tödlich.

(James Bond – Casino Royale)

Ich mag Partyspiele nicht. Oder sagen wir besser die meisten. Die sind so häufig auf gewollt lustig hingebogen, dass man am liebsten seinen Kopf ständig auf die Tischplatte schlagen möchte. Manchmal fragt man sich ob wir Deutschen wirklich schon so weit vom Humor entfernt sind, dass wir das wirklich als humorvoll ansehen. Gut, wenn ich einen Blick in die Comedy-Landschaft werfe, dann muss ich mich nicht wundern. Und nein, ich werde jetzt nicht auf Loriot herumreiten.

Aber, trotz meiner Abneigung, was Partyspiele angeht, fühle ich mich durch “Invisible Ink” äußerst gut unterhalten. Die Idee ist einfach schon abstrus. Zeichne etwas, ohne es zu sehen. Hier hatte das Spiel bereits meine Aufmerksamkeit erlangt. Und trotz gewisser Restskepsis funktioniert das System sehr gut. Okay, man hört auch hier das übliche Gejammer “Wie soll man denn sowas überhaupt malen?”, “Och, immer ich.” und “Ach bitte… Das geht doch gar nicht.”. Aber dennoch gibt es genügend Situationen, in denen einfach herzhaft gelacht wird. Da treten dann auch gewisse Regeln in den Hintergrund, von denen es fast schon zu viele, nicht ganz genau definierte gibt.

“Invisible Ink” ist wieder einer der Titel, der die ganze Familie an den Tisch bringt. Kinder, Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten. Allesamt werden bedient. Aber eines kann es natürlich nicht. Einem Hardcore Strategen ohne Sinn für Humor bekehren. Wer die Art Spiel überhaupt nicht mag und zu 100 % ablehnt wird nicht auch hier nicht glücklich werden. Aber das liegt an einem selbst und nicht an “Invisible Ink”.

Wer mal wieder einfach nur eine gute Zeit mit hoher Spielerinteraktion erleben möchte und abstrusen Ideen nicht abgeneigt ist, der sollte auf alle Fälle einen Blick auf das Spiel werfen. Meinen absoluten Lieblingsklassiker “Nobody is perfect” hat es zwar nicht vom Thron gestoßen, aber es spielt in der oberen Liga mit.

 

 

Invisible Ink

Huch! & Friends – 2017


Autor: Andreas Spies & Martin Nedergaard Andersen

 

Dauer: ca. 15 Minuten

 

Spieler: 3 – 6
Schwierigkeit: Einsteiger

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