Ich mag Chilischoten. Bei Subway geht nichts ohne Jalapeno, beim Kochen (für mich selbst) muss auch immer etwas Chili dabei sein. Dieses Jahr versuche ich mich sogar als Gärtner. Auf dem Balkon sind schon Habaneros angesät und die ersten Keime sichtbar. Hoffentlich überleben sie meine Pflege. Denn den grünen Daumen meiner Mutter habe ich definitiv nicht. Aber seitdem ich mich daran gewöhnt habe, dass Pflanzen ab und an gegossen werden müssen, sind selbst wir Freunde geworden. Da sind Karten schon weitaus pflegeleichter. Selbst, wenn sie, wie bei „Dicht dran“ mit Chilischoten bedruckt sind.

Der schlimmste Mensch ist der, dessen Zunge schärfer ist als der Verstand.

(Mosche Ibn Esra)

In „Dicht dran“ werden 6 Karten in einem Kreis ausgelegt. Von diesen gibt es eine, die das Ziel der Runde ist. Jeder versucht nun mit einer Handkarte möglichst nahe an dieser Karte zu liegen. Wer es schafft erhält die Karte für seinen Punktestapel. Doch wehe dem, der viel zu hoch oder zu tief lag. Dieser erhält weitere Handkarten, die zum Spielende Minuspunkte zählen.

Einen bebilderten Ablauf einer Runde seht ihr in dieser Galerie:

 


1/9

Wir spielen eine kurze Runde zu viert.

2/9

Zuerst wird die Karte links der 1 in die Mitte geschoben, das heißt, dass die darauf angegebene Zahl nun ausschlaggebend ist.

3/9

Jeder Spieler legt nun eine Karte verdeckt vor sich ab, die möglichst dicht an dieser 49 dran ist.

4/9

Im Anschluss werden alle Karten aufgedeckt.

5/9

Der Spieler rechts von uns ist mit 51 am nächsten an der 49 dran.

6/9

Er nimmt die 49 auf seinen "Gewinnstapel" und legt die ausgespielte 51 an ihre Stelle.

7/9

Nun werden die restlichen Karten noch abgehandelt. Wir und unser linker Nachbar waren zwar nicht am dichtesten dran, liegen aber noch in der Range der Karten links und rechts der 49 (in diesem Beispiel 1 - 69). Heißt, wir erhalten nichts, dürfen aber unsere ausgespielte Karte ablegen.

8/9

Unser Gegenüber ist mit 75 außerhalb der Range.

9/9

Er legt seine Karte ab und zieht für jede abgebildete Chili-Schote 1 Karte vom Stapel nach. Nun wird das Ganze mit der nächsten Karte im Kreis in der Mitte wiederholt. Das Spiel geht so lange weiter, bis entweder der Stapel leer ist oder ein Spieler keine Karten mehr auf der Hand hat. Jeder zählt die Chilischoten seiner gewonnenen Karten und zieht davon die Chilischoten seiner verbliebenden Handkarten ab. Derjenige mit den meisten Punkten gewinnt.

Es gibt Substanzen, die zwar den Geist schärfen, aber den Bauch runden.

(Gregor Brand)

 

„Dicht dran“ schlägt in die Kerbe der kleinen, gemeinen Kartenspiele. Würde „6 nimmt“ nicht existieren wäre es auch bestimmt ein Anwärter auf eine Platzierung im führenden Bereich eben jener. Warum? Man kann das Spiel besser beeinflussen, als das Hornochsen-Pendant. Was auf den ersten Blick positiv wirkt ist für mich persönlich ein Aspekt, der in solchen Spielen eben nicht fehlen darf. Klar, je weniger Karten man auf der Hand hat, desto gefährlicher ist es außerhalb der Range zu liegen und Karten ziehen zu müssen, aber dadurch, dass alle Informationen offen liegen kann man eben besser beeinflussen ob und wann es nötig ist Karten nach zu ziehen.

Das klingt jetzt vielleicht negativer, als es gemeint ist, denn „Dicht dran“ hat natürlich auch andere Aspekte zu bieten. Es ist schnell erklärt und recht flott gespielt. Es gibt immer wieder einen, der sich ärgert und Mitspieler voller Schadenfreude. Also so gesehen super, um einen Spielabend ein- oder auszuleiten. Wäre es nun noch einen ticken böser, dann wäre es perfekt. Also für meinen persönlichen Geschmack. Wer es lieber etwas friedlicher hat, als bei „6 nimmt“ oder „Take that“, der darf bei „Dicht dran“ gerne zugreifen. Natürlich gilt dann auch hier das Übliche, je größer die Runde, desto mehr Spaß kann man haben. Solltet ihr jedoch mit den bereits oben genannten Spielen keine Freude gehabt haben, dann dürfte euch auch „Dicht dran“ nicht liegen.

 

 

Dicht dran

NSV 2013


Autor: Reinhard Straupe
Dauer: ca 15 Minuten
Spieler: 3-5
Schwierigkeit: Einfach

Anmerkungen