SPIELSTIL Rezension

Crazy Race – Ravensburger – 2017

Lesezeit: 3 Minuten

Ein Spiel entwickelt von Alessandro Zucchini
erschienen bei Ravensburger

Nachts sind alle Katzen grau. Sagt man zumindest. Doch, was bisher keiner von uns wusste, veranstalten Raubkatzen in Zoos, wenn es dunkel wird, gerne Wettrennen. Wer kann es ihnen auch verübeln? Den ganzen Tag der Langeweile und dumm glotzenden Menschen ausgesetzt? Denjenigen die ihren Kindern weißmachen wollen, dass die Kühe mit Hörnern die Männchen sind (wahre Geschichte! Was das Euter dann unten sollte weiß ich bis heute nicht…). Aber damit wir auch etwas von dem Spaß abbekommen hat Ravensburger uns nun mit „Crazy Race“ nicht nur die Wahrheit gezeigt, sondern wirft uns mitten hinein ins nächtliche Getümmel. Also, spannt die Esel an und startet zu diesem irren Wettlauf.

Crazy Race


Auf dem Highway ist die Hölle los.

(Film 1981)

In „Crazy Race“ erhalten die Spieler alle zu Beginn einen Esel als Zugtier. Nun versuchen sie mit Hilfe der Wahrscheinlichkeiten abzuschätzen, wie weit sie pokern können. Je Feld, das sie passieren wollen, müssen sie einen Würfel der entsprechenden Farbe werfen. Ist das Ergebnis höher als die Zugkraft ihres Tieres fahren sie lediglich ein Feld, ansonsten die volle Distanz. An Checkpoints erhalten alle neue Zugtiere mit unterschiedlichen Fertigkeiten und Zugkräften. Am Ende des Spiels darf jeder noch die „Zielpunkte“ seiner Zugtiere vorwärts ziehen. Wer nun vorne ist hat gewonnen.

Bebilderte Beispiele findet ihr in dieser Galerie.

Jeder Spieler erhält zu Beginn das Plättchen mit dem Kart seiner Farbe. Außerdem zieht man zufällig einen Esel. Wie wir sehen können beginnen wir unser Rennen auf dem Feld 4
  • Wir platzieren alle Karts entsprechend der Auslosung.
Der vorderste wird Startspieler.
Danach legen wir noch je Spieler ein neues Tier hinter den ersten Checkpoint und los geht die wilde Fahrt.
Rot beginnt. Auf jedem Tableau ist zu sehen, welcher Würfel über welche Ergebnisse verfügt und was im Schnitt gewürfelt wird.
Um uns Vorwärts zu bewegen müssen wir für jedes Feld, das wir bewältigen wollen, einen Würfel der entsprechenden Farbe nehmen. Nach diesem Beispiel und unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeitenübersicht würden wir mit den hier platzierten Würfeln im Schnitt 7 Würfeln.
Rot wirft und erhält 8.
Das Ergebnis vergleicht er mit der Zahl oben links auf seinem Zugtier. Er hat mit 8 leider überwürfelt.
Also darf er sein Kart lediglich 1 Feld vorwärts bewegen.
Wir sind an der Reihe und entscheiden uns für die abgebildeten Würfel und werfen diese. Als Ergebnis haben wir 7 und damit die bei uns angegebene 10 unterboten.
Unser Wagen bewegt sich also je eingesetzten Würfel 1 Feld vorwärts.
Hat der erste Spieler den Checkpoint passiert wird die aktuelle Runde noch beendet. Im Anschluss darf sich vom Letztplazierten aus jeder ein neues Zugtier aussuchen.
Wir erhalten das Känguru, welches zwar nur eine 6 als "Zielwert" hat. Jedoch hat es den Vorteil, dass wir Schritt für Schritt wählen dürfen, ob wir noch einen Würfel einsetzen oder nicht.
Ist der erste Spieler im Ziel angekommen wird auch hier noch die Runde zuende gespielt.
Danach zählt jeder Spieler die Punkte, die auf den Zielflaggen seiner im Spiel verwendeten Zugtiere abgebildet sind.
Diese Punkte darf er sich noch vorwärts bewegen. Wer nun erster ist hat gewonnen.

Ein ausgekochtes Schlitzohr.

(Film 1977)

Ich mag Rennspiele und ich liebe ein Push-your-Luck Element. Entgegen anderer Bewertungen finde ich, dass „Crazy Race“ aber nicht der Überfliegen ist, wie es oftmals dargestellt wird. Ja, es handelt sich um ein gutes Spiel, aber dennoch gibt es Dinge, die mich persönlich stören. Beginnen wir jedoch beim positiven. Ich liebe das Setting und die optische Aufmachung. Hier passt alles, wie Zahnräder ineinander. Auch der variable Spielplan macht Eindruck, wobei er weitaus weniger Varianz zulässt, als man vielleicht denken mag. Denn die Strecken unterscheiden sich lediglich von der Farbe der einzelnen Felder und der damit zu verwendenden Würfel. Da wären vielleicht Sonderfelder interessanter gewesen. Rutschige Felder, die man nur mit einer bestimmten Geschwindigkeit passieren darf. Oder ein schlafender Elefant, an dem man schnellst möglichst vorbei muss, da er sonst aufwacht und einen bestraft. Ich weiß, dass es ein Familienspiel ist, aber das sind alles Dinge, die selbst hier niemanden überfordern, denn in anderen Spielen kommen sie auch vor.

Die Zugtiere an sich wissen natürlich in ihrer Varianz zu gefallen, leider habe ich hier das Gefühl, dass sie überhaupt nicht austariert sind. Natürlich ist mir auch klar, dass ein führender Spieler als Aufholmechanismus das schlechteste Tier abbekommen muss. Aber in unseren Runden wurde er dadurch teilweise derart nach hinten geworfen, dass er im restlichen Rennen nichts mehr zu melden hatte. Das ist natürlich entsprechend frustrierend.

Nichts desto trotz finde ich klasse, dass hier Kindern auf spielerische Art und Weise Wahrscheinlichkeitsrechnung präsentiert wird. Nein, sie werden im Nachgang kein Ziegenproblem lösen können, aber es kann nicht schaden, dass ihnen bewusst wird, dass man das Glück eben doch bis zu einem gewissen Grad beeinflussen kann.

Abschließend möchte ich nochmal sagen, dass ich „Crazy Race“ nicht schlecht finde. Mitnichten. Aber es hätte einfach besser sein können. Jedoch werde ich, wenn ich die Wahl habe, immer zu „Formula D“ greifen, wenn ich ein Rennspiel mit Push-your-Luck spielen möchte. Denn der Mechanismus ist meiner Meinung nach hier besser umgesetzt, auch, wenn „Crazy Race“ optisch die Nase eindeutig vorn hat.

Crazy Race

Ravensburger 2017


Autor: Alessandro Zucchini
Dauer: ca. 5 – 10 Minuten je Spieler
Spieler: 2 – 5
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

Crazy Race – Ravensburger – 2017 von Alessandro Zucchini

  • Erscheint bei Ravensburger
  • Für 2 – 5 Spielende und dauert ca. 5 – 10 Minuten je Spieler
  • Am besten geeignet für Einsteiger

Spielstil – Wertung

Christian:

5/10

Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.

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Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist.

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