„Cover Me“ hatte mich ja bereits vor Essen angesprochen. Auf der Top 21 Liste hatte es einen festen Platz. Also war es nur verständlich, dass ich auf der „Spiel“ einen näheren Blick darauf werfen wollte. In Essen selbst hat es zeitlich leider nicht geklappt. Aber im Nachgang haben wir einige Partien absolviert. So viele, dass ich nun genau sagen kann, was sich hinter dem ungewöhnlichen Thema versteckt.

Cover me


Verständnis des Schönen und Begeisterung für das Schöne sind eins.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

In „Cover Me“ übernehmen wir die Rolle von Chefredakteuren einer eigenen Modezeitschrift. Wir beeinflussen mit unseren Cover-Girls den aktuellen Modetrend. Haben wir den richtigen Riecher können wir Punkten. Und wer zum Schluss die meisten Punkte hat, gewinnt.

In dieser Galerie seht ihr einen bebilderten Ablauf einer Spielrunde:

  • Cover me
    Wir beginnen ein kleines Spielchen zu zweit.
  • Cover me
    Bereits zu Beginn liegen zufällig gezogene Models aus, die den aktuellen Trend beeinflussen. Gewertet werden Hintergründe, Haarfarbe und Haarlänge.
  • Cover me
    Wir haben hier bei den Hintergründen 1 x Streifen und 1 x Karos, wofür die entsprechenden Models einen Schritt nach vorne gehen.
  • Cover me
    Bei den Frisuren waren 1 x kurze und 1 x mittellange Haar abgebildet.
  • Cover me
    Als Haarfarbe hatten wir 1 x blond, 1 x rot.
  • Cover me
    Hier sehen wir unsere Starthand, welche nun noch komplettiert wird.
  • Cover me
    Wir dürfen entweder vom Nachziehstapel oder eine der offen liegenden Karten nehmen.
  • Cover me
    Wir entscheiden uns für die Dame im blauen Kleid. Dadurch fehlt nun ein blondes Model.
  • Cover me
    Es werden so lange Karten vom Nachziehstapel aufgedeckt, bis wieder alle Haarfarben vertreten sind.
  • Cover me
    Dies führen wir abwechselnd durch, bis wir 9 Karten auf der Hand haben. Dann startet das eigentliche Spiel.
  • Cover me
    Jeder Spieler legt verdeckt sein gewünschtes Model zu seiner Zeitschrift.
  • Cover me
    Diese werden gleichzeitig aufgedeckt und dann wird jedes Merkmal wieder nach vorn gerückt.
  • Cover me
    Also 1 x Streifen und 1 x Karos.
  • Cover me
    Und 1 x kurzes-, 1 x langes Haar, 1 x blond und 1 x schwarz.
  • Cover me
    Danach legt jeder Spieler neue Karten an.
  • Cover me
    Auch diese werden, wie gewohnt, gewertet.
  • Cover me
    1 Punkte für Streifen und Karos. Dann wie gewohnt die Haarlänge und -farbe.
  • Cover me
    Eine dritte Runde folgt.
  • Cover me
    Wieder aufdecken und werten. Diesmal Karos, Streifen, Blond, Rothaarig und zweimal Kurzhaar.
  • Cover me
    Nun wissen wir, was dieses Jahr Trendy ist. Karos mit blonden Kurzhaarfrisuren.
  • Cover me
    Jeder Spieler prüft, welches seiner Cover die meisten Merkmale aufweisen und nimmt den Rest auf die Hand.
  • Cover me
    Hat man alle 3 Merkmale erfüllt sammelt man das Cover unter seiner Magazinkarte. Schafft man es sogar, mit keinem einzigen Cover eines der Merkmale zu erfüllen, erhält man alle 3 zur Wertung.
  • Cover me
    Die Jahreszeit schreitet voran. Nun sind wir beim Frühling angelangt.
  • Cover me
    Alle nun noch liegenden Karten werden in den zukünftigen Trend gelegt.
  • Cover me
    Im Frühling sind die Farben der Kleider wichtig, also macht man hier mit blau schon mal einen Schritt nach vorn.
  • Cover me
    Außerdem sind aktuell kurzhaarige Blondinen im Trend. Aber nur so lange, bis wir beginnen mit unseren Covern diese erneut zu beeinflussen.
  • Cover me
    So geht das Spiel über insgesamt 4 Jahre weiter. Später kommen noch grüne, schwarze und weiße Kleider ins Portfolio. Jedes hat einen eigenen Punktewert.
  • Cover me
    Aus allen gesammelten Magazin-Covern errechnen wir den Gesamtpunktestand. Der Spieler mit den meisten gewinnt das Spiel.

Es ist gar nicht leicht, so schön zu sein, wie man aussieht.

(Sharon Stone)

Ich liebe abstruse Themen, die nicht bereits wie geschmackloser, ständig wiedergekauter Kaugummi daherkommen. Gleichzeitig mag ich es in einem Spiel so richtig zu versinken, so dass ich die Zeit um mich herum vollkommen vergesse. Doch, obwohl „Cover me“ das mit dem Thema mit Leichtigkeit hinbekommt, hapert es am Spielgefühl selbst, was wieder beweist, dass nicht nur eine hübsche Aufmachung zählt, um nachhaltig begeistern zu können. Denn gutes Aussehen erfüllt „Cover me“ auf alle Fälle. Das beginnt beim optisch ansprechenden Laufsteg und endet nicht zuletzt bei den vielen, handgezeichneten Modellen, die auf den einzelnen Karten abgebildet sind.

Leider fehlt „Cover me“ dann doch das wichtigste. Das richtige Spiel, der Einfluss, die Entscheidungen. Jeder legt einfach verdeckt eine Karte ab. Dabei kann man mit wenigen Spielern recht gut beeinflussen, was man tut, je mehr Spieler dabei sind, desto unberechenbarer wird das Ganze. Jedoch ist es nicht auf die lustige Art chaotisch genug, um dennoch unterhalten zu können.

Dabei möchte ich aber nicht sagen, dass „Cover me“ ein totaler Reinfall wäre. Nein, es ist eher wie nackte Nudeln. Kann man sie essen, aber mit der richtigen Sauce wird das Gericht erst ein Geschmackserlebnis. So hätte auch „Cover me“ etwas mehr gut getan. Weitere Mechanismen, die dem Grundstock einfach mehr Substanz geben.

Wobei mir bewusst ist, dass hier eine ganz anderes Klientel, als die Hardcore-Euro-Gamer angesprochen werden soll. Aber, wenn wir ehrlich sind, wird es das Spiel nie zum Gelegenheitsspieler schaffen. Doch auch dieser hat seine Probleme damit. Für ihn sind die Dauer und die Anleitung zu lang.

Auch wird es die Thematik schwerer haben, als ein neues mittelalterliches Aufbauspiel. Da sind viele Spieler einfach zu eingefahren und zu wenig experimentierfreudig. Treffen sie dann noch auf ein mittelprächtiges Spielerlebnis, fühlen sie sich womöglich noch gestärkt in ihrer Meinung.

Schade, denn „Cover me“ hätte genau in eine thematische Lücke springen und sie voll und ganz ausfüllen können. Wäre nur etwas mehr da.

Cover Me – Jumping Turtle – 2017

Autor: Bram Verbiest
Spieler: 2 – 5
Schwierigkeit: Einsteiger
Dauer:
c
a. 60 Minuten

Wie wäre es nach Cover me mit einer anderen Essen Neuheit?

FurchtPummeleinhorn

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