Pechvogel – Zoch – 2018

Glück ist so eine Sache, die nicht jedem in die Wiege gelegt wurde. Und, auch wenn es Menschen gibt, mit denen ich keine Würfelspiele mehr bestreite, da diese ein göttliches Händchen zu haben scheinen, bin ich Titeln mit Glückselementen nicht abgeneigt. Wenn sie dann noch so sympathisch wie “Pechvogel” daherkommen ist ein Einzug in den Haushalt garantiert. Doch hat das Spiel mehr zu bieten, als Wortwitze?


Unglück wird häufig noch bitter, wenn es ein anderer schonend Pech nennt.

(Sigmund Graff)

“Pechvogel” ist schnell erklärt. Wir würfeln, entscheiden uns für ein Ergebnis und müssen dieses den restlichen Zug sammeln. Haben wir vier davon ist alles gut. Wir erhalten einen Punktechip und der nächste ist am Zug. Doch dann wären da noch die Raben, böse Mitspieler und das Übererfüllen eines Ziels. Das Spiel endet, wenn alle Punkteplättchen vergeben wurden. Nun gewinnt der Spieler, der nach Abzug der Minuspunkte durch Frustrate die meisten Siegpunkte aufweisen kann.

In dieser Galerie zeigen wir euch eine Runde als Beispiel zum Spielablauf:

In diesem Beispiel zeigen wir euch eine kleine Partie "Pechvogel" mit drei Spielern.
Wir beginnen und werfen alle Würfel.
Von diesen wählen wir die Siebener und legen alle in die Mitte.
Die restlichen Würfel werfen wir erneut. Diesmal ist keine Sieben dabei, aber ein Rabe.
Dieser landet bei unseren restlichen Würfeln.
Erneut müssen wir werfen.
Die Würfel mit der Sieben wandern wieder aufs Brett. Unser Zug endet nun, da wir mindestens viermal die gewählte Zahl gesammelt haben.
Da wir das Ziel jedoch übererfüllt haben müssen wir uns zum passenden Zahlenplättchen noch Murphy dazu nehmen.
Der nächste Spieler beginnt seinen Zug.
Auch er wählt die Sieben und legt diese, sowie den Raben aufs Brett.
Er würfelt erneut.
Die erhaltenen Raben muss er wieder ablegen. Sein Zug endet, da er drei Raben gesammelt hat.
Er muss sich ein Frustrat nehmen
Überspringen wir ein paar Runden. Wir sind wieder an der Reihe. Dies ist unser Wurf.
Wir versuchen uns wieder an der Sieben.
Im nächsten Wurf haben wir weder ein passendes Ergebnis, noch einen Raben, so dass überhaupt nichts passiert.
Wir werfen also erneut. Mit diesen zwei Siebenern hätten wir unser Ziel erfüllt.
Das gefällt jedoch unseren Mitspielern nicht. Jeder von ihnen setzt ein Frustrat. Das zwingt uns erneut zu würfeln.
Im neuen Wurf haben wir zwei Raben. Da wir selber kein Frustrat haben, können wir den Wurf nicht wiederholen.
Wir haben also drei Raben gesammelt. Unser Zug endet.
Anstatt ein Frustrat aus dem Vorrat erhalten wir die eingesetzten unserer Mitspieler.

Das Spiel endet, wenn alle Punkteplättchen vergeben oder aus dem Spiel entfernt wurden. Man zählt nun die Punkte zusammen und zieht -3 (bzw. -7, wenn man aktuell Murphy hat) pro Frustrat ab. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Wollen dich die Pechsträhnen nicht verlassen, dann dreh den Spieß um und verlass selbst die Pechsträhnen.

(Christa Schyboll)

Schade. Die Wortwitze sind das einzig unterhaltsame an “Pechvogel”. Die Züge weisen keinerlei Spannung auf, was daraus resultiert, dass wir gezwungen sind, diese bis zum bitteren Ende durchzuführen. Es fehlt einfach der persönliche Einfluss oder ein Push-your-Luck-Element, welches wir selbst beeinflussen und verantworten müssen. Wir würfeln und es gibt irgendein Ergebnis, welches wir schulterzuckend akzeptieren. Es ist schließlich eh egal.

Auch das Einsetzen von Frustraten in gegnerischen Zügen gewöhnt man sich relativ schnell ab. Schließlich zögert man dadurch nur das Ende heraus.

Dabei hatte ich mich auf “Pechvogel” gefreut. Leider hat Zoch jedoch vergessen zum ungewöhnlichen Material – welches mir sehr gut gefällt – ein Spiel in die Schachtel zu legen.

Pechvogel

Zoch


Autor: Peter Jürgensen
Dauer: ca. 20 – 30 Minuten
Spieler: 2 – 5
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

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