Pandemic Legacy Season 0 (Preview)

Autor: Matt Leacock,
Rob Daviau
Verlag: Asmodee

Spieler: 1-4
Dauer:
90 Minuten
Zielgruppe: Kenner

 

- 12.Feb.2021

Keine Angst! Dieser Artikel ist Spoiler-Frei! Es geht nur um Dinge, die man direkt vor und während der Lernpartie sieht.

Das erste Legacy-Spiel, das sich bewusst als solches bezeichnete, war 2011 Risk Legacy. Das wurde in einem seltsamen Pappkoffer verkauft, und so richtig ernst nehmen konnte das niemand. Da hätte man auch Monopoly Legacy auf den Markt werfen können; oder Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Legacy. Jedenfalls, Spielmaterial dauerhaft vernichten oder zu verändern, das fanden die meisten Spieler, die ich kenne, eher seltsam bis abstoßend damals. Dazu noch Risiko... puh, Nein Danke!

Die Rote Gefahr - Agenten des Kommunismus!

Die Rote Gefahr - Agenten des Kommunismus!

Dann mussten erst ein paar Jahre ins Land gehen, bis 2015 dann ein bislang sehr erfolgreiches Spiel den Legacy-Stempel bekam: Pandemie. Damit konnte man Spieler schon eher hinter dem Ofen hervorlocken; und so auch mich. Zu viert haben wir damals mit Spannung das Spiel begonnen - und direkt bis nachts um 1 gespielt! Fast das halbe Spiel in einem Rutsch, so hat uns das Konzept gepackt! Und immer noch empfehle ich das Spiel, wenn mich Freunde fragen, was sie in den Urlaub mitnehmen sollen - da ist es nämlich perfekt, weil man die Zeit und Ruhe hat, es in einem Rutsch komplett durchzuspielen.

Dann kam 2 Jahre später der Nachfolger: Pandemic Legacy Season 2 - die Geschichte wurde weiter geführt und es gab neue Ideen für den Legacy-Aspekt. Es wurde nicht mehr so simpel nach dem Heilmittel für 4 Seuchen geforscht, sondern es ging um die Versorgung mit notwendigen Ressourcen. Die Weltkarte war plötzlich verdeckt - wir befanden uns in einem Szenario wie bei Mad Max oder Waterworld! - und musste Stück für Stück neu entdeckt (und aufgeklebt) werden.

Blick in die Schachtel: Wir sehen schon wieder eine Menge Aufkleber!

 

Das erwartet uns in Pandemic Legacy Season 0

Und nun kommt Pandemic Legacy Season 0. Die Zahl verrät es schon - es geht nicht weiter in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit - inmitten des kalten Krieges und die "Seuche", welche die Welt heimsucht, ist nun der Kommunismus - zumindest zu Beginn. Als Agenten der freien westlichen Welt stellen wir Einsatzteams zusammen, die global agieren und die "bösen" roten Agenten in Schach halten. Das Spielmaterial ist dabei sehr stimmungsvoll im Look & Feel der 60er Jahre gehalten - inklusive (gezeichneten) Abnutzungserscheinungen der Karte, Kaffeeränder und so weiter - eben alles, damit wir uns wie in einem Agentenfilm fühlen.

So beginnt der kalte Krieg bei uns - und die Karte sieht schon ziemlich mitgenommen aus!

Sonst ist das Spiel aber sehr ähnlich geblieben: Wir reisen durch die Welt, stoppen die "Rote Bedrohung" und versuchen gleichzeitig mit Einsatzteams (kleine Vans, die wir durch die Gegend fahren lassen) Aufgaben zu erfüllen - welche uns schließlich eine Partie auch gewinnen lassen. Leider ist es aktuell nicht wirklich möglich, dieses Spiel ausgiebig in großer Spielrunde zu testen - aber zumindest das Einführungsspiel zum Lernen der Regeln haben wir zu zweit einmal gewagt, um einen ersten Eindruck zu bekommen und euch unsere Erwartungen an das Spiel zu beschreiben.


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Thomas meint:


Was ich direkt zu Beginn sagen kann: Optisch ist das Spiel wirklich opulent ausgestattet! Die Plastikminiaturen von feindlichen Agenten, Unterschlupfen und Einsatzteam-Vans sind schon toll; aber es gibt auch richtig schicke Pässe für die Identitäten der Spieler; dazu klebt man nicht mehr fertige Sticker mit Gesichtern auf, sondern kann sich den Charakter selbst mit Accessoires, Frisuren und Kleidung zusammenstellen! Das ist nur eine Kleinigkeit, aber trägt ungemein dazu bei, dem Spiel seinen eigenen Charakter zu verleihen. Es ist ein weiteres "Legacy-Detail", dass das Spiel zu "meinem" Spiel macht - wahrscheinlich wird man wenige bis gar keine identischen Charaktere finden, was wirklich toll ist!

Unsere Pässe - täuschend echt!

Auch der allgemeine Used-Look, oben schon erwähnt, ist toll umgesetzt, bis hin zu den Bedrohungskarten, die an die alten "Red Scare"-Poster der USA erinnern. Wenn ich mir dann all die Aufkleber (wie alte Akten in der Optik) und Schachteln (Schließfächer) anschaue, dann ahne ich schon, dass sich auch dieses Mal eine Geschichte mit vielen Wendungen anbahnt. Überhaupt ist es schon ein spannendes Detail, dass sich in den Pässen nicht nur eine US-Identität befindet, sondern auch noch eine neutrale und sowjetische vorgesehen ist! Da ahne ich schon, dass wir auch als Doppelagenten unterwegs sein werden - was erst recht spannend wird! Denn der Reisemechanismus erlaubt uns eine sehr bequeme Bewegung in US-affine Städte und fast gar keine Möglichkeit, in die "Roten" Städte zu fliegen - das dreht sich sicherlich um, wenn wir einmal eine Rolle als Sowjet spielen!

Suche der Zielstadt nach dem Ausschluss-Verfahren

Sehr gut gefällt mir auch, dass man bereits erfüllte Missionen beim zweiten Versuch weiterhin als "erfüllt" markiert - also nicht wieder am Anfang beginnt - und dass ein Monat auch "teilweise" erfüllt werden kann: Wenn man nicht alle Aufgaben erledigt, so kann man dennoch den Monat als teilweise erfolgreich abhaken und nimmt einfach Aufgaben mit in den nächsten. Hier hoffe ich sehr, dass es nicht wieder diese "Endlos-Aufgaben" wie in den vorherigen Teilen geben wird - bei Season 1 zum Beispiel in jedem Monat die 4 Seuchen bekämpfen. Klar, das ist das Ziel bei Pandemie, dem Urvater - aber da kann man ja schon mal was Neues erfinden. Aber wie gesagt, das erwarte ich bei Season 0 auch.

Und los geht es! Die Einführungspartie kann man so oft wiederholen, bis die Regeln sitzen. Sehr schön!

Natürlich schwingt wie immer auch die Angst mit etwas falsch zu spielen und sich damit das Spiel zu "versauen". Zum Glück war das bei Season 1 und 2 bei mir nicht der Fall - aber Christian ist das bei Season 1 passiert und seitdem kann er die Legacy-Pandemie nicht mehr sehen. Leider muss ich da sagen. Aber ja, ich bin davor natürlich nicht gefeit und mache mir da (wahrscheinlich total unnötig) Sorgen. Perfektionismus ist was Schlimmes...

Aber lieber positiv Denken: Ich freue mich schon sehr auf die richtige "Season Zero" und denke, hier haben wir eine Iteration von Pandemic Legacy, die das negative der Vorgänger ausgemerzt hat und stattdessen coole neue Ideen einführt. Ich bin sehr gespannt und erwarte ein großartiges Erlebnis! Ob es auch so kommen wird, sehen wir bald - dann gibt es die ausführliche Rezension, wie immer.

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Hinweis:
Wir haben das Rezensionsexemplar ohne Auflagen gratis vom Verlag bekommen.
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Written by Thomas Büttner
Tom schätzt neben komplexen Euros auch thematisch satte Solitär-Meisterwerke - und natürlich feine App-Umsetzungen. Dabei wird er schon mal ungehalten, wenn die Steuerung umständlich ist oder das User Interface unintuitiv. So erreicht ihr ihn: Tom@Spielstil.net

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