Wenn unsereinem ein Apfel auf den Kopf fällt, würden wir fluchend dasitzen und den Apfel, den Baum und die ganze Welt zum Teufel schicken wollen. Newton jedoch dachte sich: “Moment mal. Wenn der Baum den Apfel nicht mehr hält, fällt er zu Boden. Und weil ich Terraforming Mars so liebe nenne ich das ganze einfach mal Schwerkraft! Heureka!” Oder so ähnlich…

Und weil wir alle auch unglaublich schlau sind und das auch zeigen möchten, spielen wir schwergewichtige Spiele. “Newton” ist ein weiterer Titel für den Wettkampf im Geiste.


Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.

(Sir Isaac Newton)

In “Newton” haben wir mehrere Schlachtfelder, die beachtet werden wollen. Unser Gelehrter begibt sich auf Europareise während unsere Studenten weitere Fähigkeiten entwickeln. Gleichzeitig wollen wir selbst immer bessere Aktionskarten ergattern und unsere Bibliothek vervollständigen. Gesteuert wird dies über Aktionskarten, die jedoch mit Bedacht gewählt werden müssen. Denn von einer von ihnen müssen wir uns in jeder Runde trennen.

Wer am Ende des Spiels die meisten Siegpunkte sammeln könnte, gewinnt die Partie.

In dieser Galerie findet ihr ein paar Beispiele für den Spielablauf:

"Newton" zeigen wir euch anhand einiger Züge in einer Solo-Partie. Da diese sich nicht grundlegend vom Spiel mit mehreren Personen unterscheidet, seht ihr dennoch alles.
Wir spielen als erstes die Reise-Karte mit dem blauen Buch. Das Buch selbst hat aktuell noch keine Funktion, die wir nutzen können. Somit zählen wir einfach die Anzahl an Kompassen, die aktuell auf unserem Schreibtisch sichtbar sind. Diese legen fest, wie "stark" unsere Aktion ist.
Mit den zwei Kompassen könnten wir uns zwei Felder weit mit unserem Gelehrten Bewegen.
Wir bleiben jedoch in Paris stehen. Denn nur dann dürfen wir einen unserer Würfel dort platzieren.
Als nächstes spielen wir einen Joker und wählen erneut die Reise. Nun hätten wir drei Kompasse (inkl. Joker) zur Verfügung, dürften also drei Schritte gehen.
Erneut bleiben wir jedoch vorher stehen, um einen Würfel zu platzieren.
Da wir auf unserem Weg ein Bonusplättchen überschritten haben, nehmen wir dieses zu uns. Wir erhalten dafür zwei Geld und einen Siegpunkt.
Danach wollen wir studieren.
Da wir nur ein Studien-Symbol auf dem Schreibtisch haben, dürfen wir lediglich in der ersten Zeile unseres Bücherregals tätig werden. Wir sehen nach und finden das Feld, in dem ein blaues Buch gefordert wird. Dieses liegt seit dem ersten Zug auf unserem Schreibtisch. Wir haben die Bedingung also erfüllt.
Dafür decken wir das Feld mit einem unserer Bücherplättchen ab.
Unsere vierte Aktionskarte, die wir ausspielen, ist die Lehrstunde. Hier dürfen wir aus der Auslage eine Stufe eins Karte in unser Deck aufnehmen, da wir aktuell nur ein Lehrstunden-Symbol auf dem Schreibtisch haben.
Die Auslage gefällt uns noch nicht so richtig. Wir geben deswegen eine Münze aus.
Dafür dürfen wir zwei weitere Karten aufdecken.
Von diesen wählen wir nun eine aus. Wie auch alle anderen Karten, befindet sich diese sofort auf unserer Hand.
Da es sich immer lohnt neue Karten zu besorgen, spielen wir eine zweite Lehrstunde aus. Nun dürfen wir aus der Auslage der Stufe eins oder zwei wählen. Zuvor haben wir jedoch eine Zusatzaktion, die sich oben auf der Aktionskarte befindet.
Diese nutzen wir. Wir geben eine Münze ab, um einen Trank zu erhalten.
Außerdem geben wir zwei weitere Münzen ab, um die Stufe unserer Aktion anzuheben. Unsere Lehrstunde hat somit einen Wert von drei.
Dementsprechend dürfen wir aus der dritten Reihe eine Karte wählen, die natürlich weitaus mächtiger sind.
Wir entscheiden uns für diese.
Die aktuelle Runde ist abgeschlossen. Wir müssen nun eine der ausgespielten Aktionskarten wählen und unter unser Tableau schieben. Für das restliche Spiel ist nur noch das Aktionssymbol verfügbar. Heißt, jede Studieren Aktion, die wir von nun an spielen, hat automatisch eine höhere Stufe, da weiterhin die sichtbaren Symbole entscheiden.
Da wir noch keine der Zeilen oder Spalten in unserem Bücherregal abgeschlossen, oder sonstige Bonussymbole gesammelt haben, erhalten wir diese Runde kein Einkommen.
Springen wir etwas voran. Wir spielen eine Zahnradkarte und verstärken diese mit zwei Münzen auf Stufe zwei.
Unser Student darf im Studienbaum zwei Schritte gehen. Wir entscheiden uns für den linken Pfad.
Erneut erhalten wir ein Bonusplättchen fürs Überschreiten und damit zwei Siegpunkte.
Außerdem haben wir ein Feld erreicht, mit dem wir einen weiteren Bonus freischalten. Wir erhalten ab jetzt in jeder Einkommensphase zwei Siegpunkte gutgeschrieben.
Springen wir wieder etwas weiter. Wir haben unseren Gelehrten bewegt und mussten für den Weg drei Münzen bezahlen. Dafür haben wir es auf ein Meisterfeld geschafft.
Dieses erlaubt uns eine der Meisterkarten, die wir zu Spielbeginn erhalten haben, auszuspielen. Wir entscheiden uns für Robert Boyle. Dieser ist zwar keine Siegpunkte Wert, gibt uns aber eine Studienaktion der Stufe vier. Das Besondere, wir dürfen dabei sogar mehrere Bücher ablegen.
Wir prüfen also, welche Bedingungen wir erfüllen können.
Die vier möglichen Punkte teilen wir in zwei der Stufe zwei auf. Wir decken damit zwei Orte ab, die wir auf der Landkarte bereits besucht haben.
Am Ende der Runde erhalten wir nun vier Siegpunkte in der Einkommensphase. Zwei für das Sonderplättchen, zwei für die gefüllte Spalte links.
Das Spiel endet nach sechs Runden. Zu den bereits gesammelten Siegpunkten kommen noch die der Meister und die Siegpunkte der Bonusfelder, die wir besetzen konnten. Diese haben alle eine Voraussetzung, die wir beim Betreten erfüllen müssen. So brauchen wir hier für das oberste Feld aktuell drei grüne und ein blaues Buch. Dafür erhalten wir am Spielende jedoch fünf Siegpunkte je passendem, besuchtem Ortsplättchen.
Wer nun die meisten Punkte hat, gewinnt.

In der Wissenschaft gleichen wir alle nur den Kindern, die am Rande des Wissens hie und da einen Kiesel aufheben, während sich der weite Ozean des Unbekannten vor unseren Augen erstreckt.

(Sir Isaac Newton)

Christian meint:

“Newton” ist ein Blender. Denn auf den ersten Blick gaukelt es einem eine Vielzahl an möglichen Wegen vor die man Partie für Partie erfahren könnte. Jeweils andere Schwerpunkte könnten für genügend Abwechslung sorgen, um doch noch die eine Möglichkeit zu finden, die für offene Münder sorgen könnte. Doch davon sollte man sich gleich mal verabschieden. Das Bücherregal ist ein zu zentrales Element geworden, als dass man dieses vernachlässigen dürfte. Und um dieses effektiv zu bedienen, muss man eben reisen, Bücher und Tränke sammeln.

Wird deswegen aus “Newton” ein schlechtes Spiel? Nein, natürlich nicht. Weiß man, worum es geht, wird man auch hier seinen Spaß haben können. Zumindest, wenn man auf Singleplayer-Euros steht. Denn, dass das Spiel Solo so gut funktioniert, liegt einzig daran, dass jegliche Interaktion mit Mitspielern gestrichen wurde. Es gibt keine richtigen Berührungspunkte – mal von den kaufbaren Karten und Bonusplättchen abgesehen. Jeder hat im Spiel immer Zugriff auf alle Möglichkeiten. Es gibt keine Wechselwirkung, wie sie zum Beispiel “Terra Mystica” aufweist. Nur eine stille, Optimierung des eigenen Ablaufs.

Und dennoch ist “Newton” ein gutes Spiel geworden. Es ist in der Länge recht angenehm und die Einstiegshürde ist bei weitem nicht so hoch, wie sie auf den ersten Blick wirkt. Zusätzlich wird man ständig zu Entscheidungen gezwungen, die wichtig genug sind, um über Sieg und Niederlage zu entscheiden. Und das fühlt sich einfach gut an. Auch, wenn “Newton” bei weitem kein wirklich thematisches Spiel ist, sammeln wir Möglichkeiten, um unser Bücherregal zu füllen und freuen uns, wenn ein Plan funktioniert.

Wer Spaß an einem strukturierten Solo-Euro-Spiel haben kann, ist hier gut aufgehoben. Man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt.


Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate Link. Mit einem Klick darauf unterstützt ihr Spielstil.net mit einer kleinen Provision bei Käufen über Amazon.de. Es entstehen euch dadurch keine Kosten. Mehr Informationen dazu findet ihr in unserer Übersicht zur Transparenz.

 

 

Newton

Cranio Creations


Autor: Simone Luciani, Nestore Mangone
Dauer: ca. 30 Minuten je Spieler
Spieler: 1 – 4
Schwierigkeit: Fortgeschritten, Experten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.