Was passiert, wenn man Franzosen ein japanisches Spiel in Retro-Videospieloptik anvertraut? Richtig. Optik und Thema werden über Bord gekippt und durch wunderschöne Zeichnungen und ein mystisches Szenario ersetzt. Schließlich sind die westlichen Interessen anders geprägt, was man schon am unterschiedlichen Look der Comics der jeweiligen Länder sehen kann. Spielerisch ändert sich für “Legendary Forests” dadurch natürlich nichts. Aber vielleicht hat es ja einen anderen Vorteil?


Ein einzelner Baum gibt noch keinen Wald.

(Sprichwort)

Als Waldnymphen wollen wir in “Legendary Forests” endlose Wälder erschaffen. Da uns jedoch nur eine bestimmte Anzahl an Plättchen zur Verfügung steht, ist jeder Baumbestand dann doch irgendwo endlich. Doch obwohl wir alle jeden Zug mit denselben Bauteilen machen, wird jedes Ergebnis anders aussehen. Dazu zählen dann auch nur die von uns mit einem Baum markierten Flächen Siegpunkte. Und wie immer gewinnt dabei derjenige, der die meisten davon hat.

In dieser Galerie findet ihr ein paar Runden als Beispiel zum Ablauf des Grundspiels:

Zu dritt bauen wir heute am "Legendary Forest".
Wir ziehen das erste Plättchen und teilen unseren Mitspielern mit, dass wir sie die Nummer 16 suchen sollen.
Dieses muss jeder Spieler anbauen. Dabei gilt, dass Farbe auf Farbe passen muss.
Als nächstes ziehen wir die acht.
Auch die muss jeder Spieler anbauen.
Nun ziehen wir die 19.
Dadurch wächst Schritt für Schritt der Wald jedes Spielers.
Nun kommt die 25. Diese hat einen weißen Hintergrund, was eine Besonderheit auslöst.
Nachdem die Spieler das Plättchen angebaut haben, wählt jeder reihum einen Baum aus der Auslage, den er auf eine passende, Farbfläche seines Waldes legen muss.
So geht das Spiel weiter, bis alle Plättchen verbaut wurden. Nun zählen alle Flächen, die einen Baum haben, Punkte. Dabei gilt, dass jede abgeschlossene Fläche zwei Punkte je Kreissymbol zählt. Eine nicht abgeschlossene Fläche bringt immer noch einen Punkt je Kreis. In diesem Beispiel haben wir 27 Punkte.

Zwischen Blumen und Wald hinrieselt ein Brunnen, das Volkslied. Dort ins verjüngende Bad taucht sich die Muse bei Nacht.

(Emanuel Geibel)

Christian meint:

Eine Partie “Legendary Forests” schwebt kurzweilig vor sich hin. Während wir miteinander über unser gutes Händchen sprechen oder unpassende Plättchen verfluchen, baut sich Schritt für Schritt eine bunte, schön anzusehende Fläche vor uns auf. Dabei spielen eigene Entscheidungen eigentlich weniger eine Rolle. Denn aus Mangel an Informationen – schließlich wissen wir nicht ob das von uns benötigte Plättchen überhaupt im Spiel ist – werden wir die Partie über mal mehr, mal weniger erfolgreich raten. Und dennoch ist “Legendary Forest” an sich ein schönes, Spiel, das man gerne zwischendurch auf den Tisch bringt. Meist bleibt es dann auch nicht bei einer Partie.

“Legendary Forest” ist eines der Spiele, das man als “Gateway-Game” bezeichnen kann. Schließlich lässt sich jeder integrieren. Kleinere Kinder, Nachbarn, die eigentlich nichts mit Spielen am Hut haben oder Oma und Opa, die sich geschworen hatten keine neuen Spiele mehr lernen zu wollen. Alle kann man am Tisch vereinen. Denn für die erste Partie reicht es aus einfach loszuspielen. Kein langes erklären, kein detailreicher Aufbau. Einfach Plättchen austeilen und beginnen. Dazu trägt natürlich auch die bunte Blätteroptik bei, die hierzulande bei “normalen” Menschen mehr Punkten kann, als es die originalen Grafiken im 8Bit Look könnten.

Auf Dauer fehlt mir nur etwas Tiefe. Bis meinen Liebsten das jedoch auffällt werden noch viele Partien ins Land gehen, in denen wir Spaß an einem schönen Spiel haben, bei dem jeder die Chance auf einen Sieg hat. Denn es entscheidet nicht, wie gut jemand ist, sondern wie glücklich seine Entscheidungen waren.


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Legendary Forest

Iello


Autor: Toshiki Sato
Dauer: ca. 10 – 15 Minuten
Spieler: 2 – 5
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

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