Anmerkung: Die Kurzbeschreibung ist ein Versuch eines neuen Art von Spielbesprechung auf Spielstil.net. Über Rückmeldungen wäre ich natürlich dankbar! Keine klassische Struktur, keine näheren Regeldetails.

Was macht man an einem Montag? Genau, man holt sich Freitag auf den Tisch. Zumal gerade keine Spieler da sind, mit denen man etwas Zeit verbringen kann. Handyspielchen sind auch irgendwie blöd, also warum nicht einfach mal ein Spiel für den Solo Gebrauch ausprobieren?


Aber ich könnte doch auch einfach wieder Spider Solitär spielen…

Freitag ist die Möglichkeit mit wenigen Karten haarsträubende Abenteuer zu erleben. Dabei gibt jede Gefahrenkarte, die zu bewältigen ist, an, wie viele Karten man verwenden darf und welche Stärke man damit übertreffen muss. Und damit das nicht zu einfach ist ist unser Robinson ein kleiner Idiot. Und es liegt an uns ihn zu einem Helden zu machen. Also treffen wir wichtige Entscheidungen für ihn. Wann ist es sinnvoller Gefahren nicht zu meistern und Lebenspunkte zu verlieren, damit man das eigene Deck von schlechten Karten reinigen darf? Welche Gefahren sollte man doch besser bestehen, um neue Fähigkeiten oder Stärke zu erhalten? Man sieht sich ständig damit konfrontiert abzuwägen, welches Übel denn nun das geringere ist und wo man denn am besten Zugreifen sollte, koste es, was es wolle. Wichtig dabei ist auch die Reihenfolge, in der wir unsere Fertigkeiten auslösen. Schließlich wollen wir die richtigen Kombos erschaffen, unser Deck immer weiter verbessern und zum Schluss die zwei Piraten besiegen, die vor der Insel auf uns warten und verspotten.


Ja! Ich schaffe das! Nicht…

Dabei ist Freitag mehr, als nur ein kleiner Lückenfüller. Klar sind Glückselemente vorhanden und man wird einige Partien verlieren, bis man den Dreh raus hat. Aber auch, wenn man fluchend vor den Karten sitzt fühlt man sich dennoch sehr gut unterhalten. Es ist Rätsel und Push Your Luck auf einmal. Soll ich nun wirklich eine weitere Karte aufdecken oder ist sie mein Untergang? Man wird häufig im unteren Bereich seiner Lebenspunkte hindümpeln und mit schweißnassen Händen die nächste Karte ziehen.

Dabei kann das Spiel aber auch richtig fies sein. Es gibt Partien, da kann man sich noch so sehr anstrengen, man wird verlieren. Egal, was man tut. Es läuft einfach nicht. Zum Glück sind diese meistens schnell vorbei und man kann neu starten. Und so erwischt man sich auch dabei, dass man mehr Partien gespielt hat, als man ursprünglich wollte. Leider lässt der Reiz dann selbst auf höheren Schwierigkeitsstufen nach, wenn man den Trick des Überlebens raus und für das eigene Gefühl oft genug gewonnen hat. Bis dahin ist man aber sehr gut unterhalten. Man sollte jedoch auch eine gewissen Nervenstärke aufweisen, damit das Spiel selbst eine Chance hat zu überleben und man nicht aus lauter Wut die Karten zerreißt…

Freitag

2F Spiele 2011


Autor: Friedemann Friese
Dauer: ca. 25 Minuten
Spieler: 1
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen