Ascension Aufstieg von Vigil – Asmodee – 2013

Mit Schnäppchen ist das so eine Sache. Mag jagt zwar immer wieder danach, aber oftmals sind diese dann aber auch der berühmte Griff ins Klo. So ist nicht verwunderlich, wenn man nach diversen Fehlgriffen es sich erst ein-, zwei-, drei oder viermal überlägt, bevor man bei einem vermeintlichen Schnäppchen zuschlägt. So erging es mir, als die Spiele-Offensive zum großen Abverkauf aufrief. Dort entdeckte ich dann auch Ascension mit diversen Erweiterungen für jeweils lächerliche 5,- €. Der Punkt war wieder erreicht, an dem mein Hirn meiner Maushand versuchte klar zu machen, dass ich der Versuchung zu widerstehen habe (dass das nicht geklappt hat, seht ihr an diesem Bericht hier…). Wäre es meine erste Begegnung mit dem Spiel gewesen hätte ich vielleicht nicht so lange gezögert. Meine Erfahrung mit Ascension war jedoch bereits etwas älter.

Mit Chronicles of the Godslayer hatte das Spiel damals zuerst Aufmerksamkeit erregt. Ein solcher Titel rennt bei mir natürlich offene Türen ein. Warum kann ich euch nicht sagen. Außer, dass ich ein schwacher, schwacher Mensch bin… Nichts desto trotz habe ich erst einmal abgewartet. Später, als dann die kostenlose App für Smartphones erschien habe ich sie mir heruntergeladen, dem Tutorial gefolgt und mich danach gefragt, was ich hier denn nun eigentlich mache. An Deckbuildern konnte ich damals lediglich Dominion und Thunderstone vorweisen, beide dann doch etwas anders, als Ascension. Vermeintlich zumindest. Also habe ich die App immer und immer wieder gestartet und irgendwann gar nicht mehr gezielt gespielt, sondern nur „Play All“ gedrückt und die umrahmten Karten gekauft. Es war sicherlich Zufall, dass ich die Spiele dennoch offline gegen den Computer gewonnen habe. Oder es spricht nicht sonderlich für die KI. Sei es drum, Ascension ist von meinem Telefon und meinem Radar verschwunden. Zwar tauchte der Name immer wieder mal auf, aber meine Lust war ziemlich gestillt. Bis zu jenem verheißungsvollen Tag des großen Abverkaufs. Ich habe Ascension also eine Chance gegeben und zugeschlagen. Ob mich meine Vernunft vor Schaden bewahrt hätte oder meine kleine Stimme, die ständig „Will haben!“ rief ins freudige Glück stürzte erzähle ich euch weiter unten.

 

 

Einen bebilderten Ablauf findet ihr in dieser Galerie:

 


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Für den kleinen Ablauf zeige ich euch das Spiel anhand eines Beispiels für zwei Spieler.

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Spieler 1 fängt an. Da es zu Beginn nicht wichtig ist welche Karte in welcher Reihenfolge gespielt wird legt er alle.

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Den nun folgenden Schritt habe ich zwar nicht in der Anleitung gefunden, aber ich deute das Symbol unten rechts auf dem Energiesplitter so, dass man eine Karte ziehen darf. Im Endstand haben wir also insgesamt 4 Runen zum Einkaufen, 1 Energie und 1 Stärke.

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Eine Rune geben wir für „Klösterliche Lehrmeister“ aus. Diese Karte und der darunter liegende Schatz wandern auf unseren Ablagestapel.

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Der nun leere Platz in der Reihe wird sofort durch eine neue Karte vom Stapel gefüllt.

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Ist das ein Schatz werden so lange weiter Karten darauf gelegt, bis man einen Helden, ein Monster oder ein Konstrukt gezogen hat.

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Die restlichen 3 Runen geben wir noch für einen Mystiker aus, dann legen wir alles auf den Ablagestapel und ziehen 5 neue Karten.

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Spieler 2 hat in seinem Zug insgesamt 4 Runen und 1 Stärke zur Verfügung.

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Dafür kauft er sich 2 Infanterie.

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Wir überspringen das anfängliche Geplänkel, um noch etwas Neues zu sehen. Spieler 1 ist wieder an der Reihe. Er spielt zuerst die 4 Energiesplitter und zieht jedes Mal eine Karte. Im Anschluss spielt er die Klösterlichen Lehrmeister.

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Diese erlauben ihm einen Mystiker oder Schwere Infanterie kostenlos zu erhalten.

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Zusätzlich haben wir genügend Energiepunkte gesammelt, um die Zusatzfähigkeit der Karte auszulösen. Wir legen also den Mystiker oben auf unseren Nachziehstapel.

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Im Anschluss spielt er die restlichen 4 Karten aus. Und kauft sich für die 3 Runen einen weiteren Mystiker. Die Stärke verfällt, da er mit 1 Punkt nicht allzu weit kommt.

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Spieler 2 zeigt nun dafür, wie man Stärke verwendet. Er spielt die Karten aus. Das bringt ihm 4 Stärke, 1 Energie, 1 Rune und 1 Karte, die er noch ziehen darf.

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Dafür zieht er nun eine Miliz, wodurch er insgesamt 5 Stärke gesammelt hat.

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Diese verwendet er sofort, um die „Beissende Witwe“ zu besiegen.

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Er erhält 4 Ehre aus dem allgemeinen Pool.

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Die beissende Witwe wird in die Leere verbannt.

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Für die 2 Runen kauft er sich noch einmal schwere Infanterie und der Zug ist vorbei.

So geht das Spiel weiter, bis alle Ehre-Steine aus dem Pool verteilt wurden. Die aktuelle Runde wird noch zu Ende gespielt. Danach zählt man jegliche Punkte, die gesammelt wurden zuzüglich denjenigen auf den Karten. Wer die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

Fazit

Ja, was ist zu Ascension zu sagen. Natürlich erst einmal eins. Viele Deckbauspiele nutzen dasselbe Spielprinzip. Viele davon sind definitiv nach Ascension erschienen. So wäre es natürlich schon unfair zu sagen, dass das Spielprinzip eben bekannt ist. Darauf werde ich nun also nicht rumreiten. Was mir jedoch nicht so gefällt ist die Optik. Diese spricht mich nur schwer bis überhaupt nicht an. Spiele, die nicht allzu komplex sind, leben nun einmal davon, dass sie von ihrem Thema getragen werden. Nur leider schaffe ich es hier einfach nicht abzutauchen. Das gelingt mir bei Star Realms und DC Superhelden (nur um mal zwei fast identische Spiele zu nennen) um Längen besser. Und so sehe ich halt ein Spiel, bei dem ich Runen und Stärke sammle, um diese dann in Siegpunkte „umzuwandeln“. Klar mache ich genau dasselbe bei oben genannten Spielen, aber hier ergibt das Spiel eine Geschichte. Wenn ich zum Beispiel mit einer kleinen Blob Armada bei meinem Gegner einfalle und ihm gerade noch seine letzten Führungspunkte zerstöre oder wenn Batman zusammen mit Aquaman sich mit Solomon Grundy anlegen, genau dann bin ich in die Welt abgetaucht. Da sehe ich nur noch beiläufig Siegpunkte und Co. Aber hier lenkt sich mein Hauptaugenmerkt genau nur darauf. Ja, Ascension versucht nicht die ständig gleichen Grafikstile zu verwenden, einfach alles ein wenig anders optisch darzubieten. Das ist gut, mir gefällt es nur leider nicht. Es kann sein, dass ich einfach eine künstlerisch anspruchsvolle Niete bin. Aber so bin ich eben.

Das Spiel selbst ist dann, wie ihr oben seht, schnell erklärt. Sammle Siegpunkte indem du möglichst tolle Combos findest. Diese fehlen mir jedoch beim Grundspiel irgendwie. Bisher konnte ich hier noch nichts großartiges entdecken. Man kann zwar Konstrukte ausspielen, die man behält und immer wieder benutzt (ähnlich den Basen in Star Realms), aber nichts ist wirklich so gut abgestimmt, dass sich Karten wirklich sehr gut gegenseitig beeinflussen könnten. Hier kommt bei mir dann auch wieder das Gefühl auf, dass es eigentlich egal ist, was ich kaufe/besiege, Hauptsache ich bekomme Karten. Es mag vielleicht am Alter liegen, aber die neueren Deckbauspiele sind einfach geschmeidiger. Genau dasselbe betrifft den Solo-Modus. Dieser wirkt einfach so, als ob man mit Gewalt versucht hat ein Solo-Erlebnis zu erschaffen. Klar, er ist einfach zu spielen, aber macht er Spaß? Mitnichten.

Natürlich werde ich demnächst noch die ganzen gekauften Erweiterungen ausprobieren. Wenn diese jedoch auf dem aktuellen Stand der Erfahrung sind, wird Ascension nicht lange bei mir bleiben dürfen. Nichts desto trotz. Wer Deckbuilder mag und die Grafik phänomenal findet, darf gerne zuschlagen. Ihr bekommt kein schlechtes Spiel, auch, wenn es sich vielleicht so anhört. Aber mir geht es bestimmt wie euch. Mein Platz in den Regalen ist endlich. Und dann muss halt auch mal das ein oder andere „gute“ Spiel gehen, wenn es ähnliche, bessere gibt.

 

Aufstieg von Vigil

Asmodee 2013


Autor: Justin Gary
Dauer: ca. 30 Minuten
Spieler: 1-4
Schwierigkeit: Einsteiger

Anmerkungen

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