An sich war ich beim großen Konsolenkrieg der 90er Jahre dabei. Ich hatte Super Nintendo und Game Boy und verteidigte bei Schulhofstreitigkeiten Nintendo als besten Videospielhersteller. Aber dennoch war die Neugierde einfach zu groß. So war es für mich nicht verwunderlich bei Freunden, Bekannten und in entsprechenden Kaufhäusern an Master System und Mega Drive zu zocken, wenn sich die Gelegenheit ergab. So lernte ich dann Sonic kennen. Auch, wenn er unglaublich schnell durch die Levels raste, konnte er bei mir persönlich Mario nicht den Rang ablaufen. Jetzt, da die beiden sogar gemeinsam an Olympischen Spielen teilnehmen, besteht keine Feindschaft mehr, sondern eher gesunde Konkurrenz. Ob “Team Sonic Racing” sich nun gegen “Mario Kart 8” behaupten kann sehen wir gleich.

 


Jeder Körper bewegt sich bald langsamer, bald schneller.

(Baruch de Spinoza)

“Team Sonic Racing” ist zuerst einmal eins. Der typische Fun Racer. Nicht realistisches Fahrverhalten, sondern der Spielspaß und spektakuläre Aktionen stehen im Vordergrund. Aber das Spiel weist dann doch eine Besonderheit auf. Wir fahren nicht alleine, sondern jeweils in 3er Teams.

Damit der Team-Gedanke nicht nur auf dem Papier besteht, haben sich die Entwickler den einen oder anderen Kniff einfallen lassen. So können wir nur im Windschatten unserer Teamkollegen beschleunigen, Extras untereinander teilen und einem verunfallten Mitfahrer neuen Schwung eben, indem wir knapp an ihm vorbeifahren. All diese Aktionen gemeinsam sorgen nicht nur dafür, dass wir insgesamt schneller werden. Erfolgreich ausgeführt, füllen sie eine Leiste, über die wir später den Mega-Turbo aktivieren können. Mit diesem rasen wir noch schneller über die Pisten und sorgen dafür, dass sich das Gummiband wieder zu unseren Gunsten dehnt. Denn Fun-Racer typisch trickst einen auch hier das Spiel insoweit aus, dass das Fahrerfeld nie zu weit auseinanderbricht.

Durch Rennen sammeln wir Münzen, welche wir in neue Fahrzeugteile investieren können. Dabei wird jedoch nicht gezielt aufgewertet, sondern es werden Kapseln gekauft, die zufällige Erweiterungen bereithalten.

Damit ihr euch ein Bild machen könnt, haben wir euch hier den Grand Prix in Level 2-3 aufgenommen.

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https://youtu.be/ACr_AX-1tAM

Schnell und gut schlägt langsam und perfekt!

(Martin Geiger)

Christian meint:

“Team Sonic Racing” ist vor allem dann spaßig, wenn man gegen bekannte, menschliche Mitspieler antritt. Denn der Karrieremodus mit seinen verschiedenen Anforderungen ist zwar abwechslungsreich, doch wir alle wissen, dass dieser Modus eher die Vorspeise darstellt. Durch den direkten Kontakt, den Schimpftiraden und Siegesschreien menschlicher Mitspieler wird man immer weiter angestachelt. Das kann kein Computer toppen. Dabei ist das Gummiband, das virtuell zwischen die Fahrer gelegt wird, Fluch und Segen. Natürlich ist es irgendwie unfair perfekt zu fahren und dann doch wieder eingeholt zu werden. Andererseits treibt genau das den Puls nach oben und sorgt für knappe Rennen.

So richtig schlimm ist die Lesbarkeit der Extras, die man auf den Strecken aufsammeln und verwenden kann. Es passiert sowieso schon so viel auf dem Bildschirm, dass man eigentlich keine Zeit hat sich lange zu überlegen, was ein grauer Tintenfischgeist nun auslösen könnte. Hier ist man bei “Mario Kart” über die Jahre hinweg an alles gewöhnt geworden. Ein Pilz beschleunigt, ein Schildkrötenpanzer wird auf Gegner geworfen. Natürlich schafft man es auch bei “Team Sonic Racing” nach einer steilen Einstiegskurve die Extras irgendwann zuzuordnen, aber so ganz sicher war ich mir bis zum Schluss nie.

Meine Lieblingsfunktion ist übrigens “Rennen ohne Story starten” geworden. Drückt man die falsche Taste, erlebt man die Geschichte hinter der Kampagne. Und die ist Sonic typisch jetzt nicht ganz so prall und einfach eher nettes Beiwerk. Dafür wurde alles auf Deutsch synchronisiert, so dass selbst Kinder alles verstehen.

Die Anzahl an Fahrern, die man sich über die Zeit freischaltet ist nicht so umfangreich, wie beim Genre Kollegen. Es stehen insgesamt fünf Teams mit je drei Fahrern zur Verfügung. Ihr befahrt im Spiel 21 Strecken. Zwölf davon sind neu. Die Strecken selbst sehen allesamt toll aus und warten mit dem ein oder anderen überraschenden Kniff auf, der einen beim ersten Befahren der Strecke schon mal Probleme bereitet.

Auch die musikalische Untermalung kann in “Team Sonic Racing” punkten. Wobei im Ladebildschirm ruhig mal etwas Abwechslung hätte stattfinden dürfen.

Das Fahrgefühl ist soweit in Ordnung, wobei sich dieses in “Super Mario Kart 8” um eine ganze Ecke besser anfühlt. Vor allem beim Mega-Turbo, der im Übrigen viel zu mächtig ist, fühlt sich die Steuerung etwas schwammig an. Der Powerstart jedoch ist so überhaupt nicht meins. Reicht es in “Mario Kart” Gas zu geben, sobald im Countdown die zwei erscheint, muss man hier dreimal genau dann Beschleunigen, wenn der Countdown gezählt wird.

Aber alles in allem ist “Team Sonic Racing” ein guter Fun-Racer, der an ein paar Stellen Verbesserungspotential hat. Der Kampagnenmodus ist durch seine Herausforderungen und Solo-Aufgaben abwechslungsreich. Das Spiel gegen bis zu zwölf menschliche Gegner (Online – alternativ im 4er Split-Screen auf der Couch) bringt genügend Potential für viele unterhaltsame Abende.


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Team Sonic Racing

PS4


Developer: SEGA
Spieler: 1 – 12
Sprache: Deutsch
Schwierigkeit: Einsteiger bis Fortgeschritten

Anmerkungen