Roll on!

„The incredible machine“ hatte meinen Bruder und mich in den 90ern fasziniert. Wir haben am PC immer abstrusere Methoden gebastelt, um simple Aufgaben zu erfüllen. Meistens hatte es irgendwas mit Dynamit zu tun. Und obwohl heutzutage nicht unbedingt etwas explodieren muss, habe ich immer noch Spaß daran solche Kettenreaktionen zu beobachten.

„Roll on!“ nimmt diese Freude und packt sie in kleine, kompakte Logik-Rätsel, in denen es immer darum geht eine oder mehrere Kugeln in bestimmte Bahnen zu lenken.



Unser Ich gleicht den Flüssen, die ihren Namen beibehalten und stets anderes Wasser rollen.

(Karl Julius Weber)

In "Roll on!" haben wir 40 Rätsel in 4 Schwierigkeitsstufen zu bewältigen. Haben wir uns für eines entschieden, stecken wir den zugehörigen Bogen hinten in den Aufbau. Nun gibt uns die Zeichnung an, wo die einzelnen Rampen und Kugeln zu platzieren sind. Außerdem sehen wir, wie viele Kugeln in welchem Ziel zu landen haben und welche weitere Rampen dafür verbaut werden müssen.

Wir müssen eine gelbe und eine grüne Rampe einbauen, um dafür zu sorgen, dass zwei Kugeln in den Löchern ganz links und rechts landen, sobald wir die Kettenreaktion starten.

Dabei stehen uns natürlich beliebig viele Versuche zur Verfügung. Fällt uns ein Rätsel mal zu schwer, können wir den Bogen drehen und sehen dabei die Musterlösung für das Problem.

Am rollenden Stein wächst kein Moos.

(Oskar Kokoschka)


Christian meint:

Logik-Rätsel sind eine tolle Sache. Überlegt man nur lange genug kommt man eigentlich immer auf die Lösung. Denn, wie es der Name schon verrät, folgen sie erkennbaren Richtlinien, die wir nur entschlüsseln müssen. Dasselbe gilt für "Roll on!". Hier ist es die Schwerkraft, die unser Denken beeinflusst. Wir alle wissen, wie sie sich verhält. Eine Kugel rollt bergab, bis sie auf ein Hindernis trifft und abgelenkt wird. Das ist keine höhere Physik, sondern für alle greifbar.

Hier sollen wir das Zauberstück vollführen, dass nur eine der beiden Kugeln unten ankommt.

Die Rätsel selbst richten sich vorwiegend an ein jüngeres Publikum und sind deswegen nicht allzu schwer. Manchmal ist das Kniffligste daran, wie eine Rampe ausgerichtet werden muss, damit sie fest in der Verankerung steckt. Das ist natürlich für Kinder äußerst motivierend, ich selbst hätte mir aber auch ein paar Fälle gewünscht, die mich so richtig fordern.

Nichtsdestotrotz hatte ich eine schöne Zeit mit "Roll on!". Das System ist haptisch toll und bietet durch seine Kettenreaktionen, obwohl diese nur wenige Sekunden benötigen, etwas fürs Auge. Aber den Hebel zum Auslösen der Konstruktion hätte ich etwas leichtgängiger gemacht. Trifft man ihn nicht richtig, kann man das Ergebnis schon dadurch verfälschen, indem die Kugeln nicht schnell genug ins Rennen geschickt werden. Auch bei den Vertiefungen am unteren Rand hatte ich mit meinen großen Fingern kleinere Probleme, beim Herausholen der Kugeln.

Ein sehr schönes Rätsel, auch, wenn es sich sehr einfach lösen lässt.

Meinem Sohn hat "Roll on!" auch gefallen. Obwohl ich nicht glaube, dass er dadurch nun irgendwann Nobelpreisträger der Physik wird, denke ich, dass es nicht schadet ab und an auch mal die Logik zu trainieren. So ist "Roll on!" ein gutes System, mit dem man seinen Spaß hat, wenn man sich auf die kleinen Rätsel-Nüsse einlässt.

Christian Renkel
Written by Christian Renkel
Christian liebt Brett- und Videospiele mehr, als ausreichenden Schlaf. Dabei ist ihm am wichtigsten, dass er in der jeweiligen Welt versinken kann. Egal, ob es die geschickte Mechanik oder die überkochende Emotion ist. So erreicht ihr ihn: Christian@Spielstil.net
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