Word Slam

Word Slam

Boah… ne… nicht schon wieder ein so heiteres Partyspiel. Und dann geht es auch noch, oh Wunder, darum Wörter zu erraten. Muss das sein? Können wir nicht einfach so beisammen sitzen, einen heben und uns unterhalten? Haben wir uns nicht längst mit „Activity“, „Tabu“ und den ganzen Konsorten genug zum Affen gemacht? Ach, „Word Slam“ ist anders? Ja ne… ist klar… das wird immer wieder behauptet. Hoch innovativ. Also gut, tu mal her das Ding, aber dann ist gut, ja?


Wenn alle Tage im Jahr gefeiert würden, wäre Spiel so lästig wie Arbeit.

((William Shakespeare)

In „Word Slam“ geht es wieder „nur“ darum, dass eine Gruppe ein Wort schneller errät, als ihre Gegner. Der Kniff dabei ist jedoch, dass die Erklärer nicht reden dürfen. Ihnen stehen lediglich 4 Stapel aus Karten mit Substantiven, Verben, Adjektiven oder sonstigem (z. B. Zahlenwörter) zur Verfügung. Aus diesen müssen sie nun die richtigen Karten heraussuchen, um den gesuchten Begriff zu umschreiben. Leider sind diese alle recht allgemein gehalten, so dass man nur über Umwege ans Ziel kommt. Das Team, das nun den gesuchten Begriff zuerst errät gewinnt die Karte mit dem gesuchten Wort. Es können beliebig viele Runden gespielt werden. Das Team mit den meisten Karten gewinnt.

Ein bebildertes Beispiel könnt ihr mit dieser Galerie nachspielen.

Für unser Beispiel habe ich einen einfachen Begriff gewählt. Wir verteilen uns in 2 Gruppen. Die Erklärer sehen sich den Begriff an und es kann losgehen.
Gleichzeitig bilden die Erklärer nun mit ihren zur Verfügung stehenden Wortkarten Hinweise, die ihrem jeweiligen Rateteam hoffentlich hilft als erste die Lösung zu finden. Ich setzt für euch einfach mal "Gebäude".
Dabei dürfen sie keine verbalen oder nonverbalen Hinweise geben. Kein seufzen, nicken, Handzeichen, etc. Dafür erhaltet ihr den nächsten Hinweis. "Kind".
So geht es immer weiter und es wird wild in alle Richtungen geraten. Nun gibt es einen neuen Hinweis und ich stelle die Karten für euch ein wenig um. Wir haben nun "Kind in Gebäude" stehen.
Es ist auch hilfreich dem gegnerischen Team zuzuhören. Denn so erhält man manchmal wichtige Informationen. "Kind sitzen in Gebäude", na kommt ihr langsam drauf?
Nebenher könnte auch eine Sanduhr aufgestellt werden, welche im Spiel enthalten ist. Diese könnte verwendet werden, falls ein Begriff zu schwer ist. Aber jetzt kommt ihr drauf, oder? "Unter Tag Kind sitzen in Gebäude"
Okay, ganz hilflos bin ich dann als Erklärer doch nicht. Ich darf auf einzelne Karten zeigen, um anzugeben, dass diese wichtig sind.
Ja, ihr habt es bestimmt schon längst gewusst. Gesucht war "Schule". Das Team, das den Begriff zuerst errät erhält die Karte und die nächste Runde startet.

Lustige Abendgesellschaften machen traurige Morgen…

((Martin Luther)

Ich muss zugeben. Ich habe früher gerne Activity und Tabu gespielt. Früher, denn ich hatte die Spiele irgendwann mal satt. Wann genau das eingetreten ist kann ich nicht mal mehr sagen. Ich konnte einfach nichts lustiges mehr daran finden mich selbst zum Affen zu machen. Und dann kam „Word Slam“.

Wir hatten nun zu meinem Geburtstag ausgiebig Zeit das Spiel in unterschiedlichen Gruppen zu testen. Und wir waren alle, ausnahmslos begeistert. „Word Slam“ ist kreativ und macht Spaß. Egal, ob auf der Seite als Erklärer oder im Rateteam. Beide verzweifeln immer beinahe am anderen. Der eine, weil sein Team das offensichtliche übersieht und sich selbst derart viele Beine stellt. Die Knobelnden, weil einfach keine richtigen Hinweise auf dem Aufsteller landen. Das sorgt teilweise für wildes Geschrei, Anfeuerungsrufe und dem richtigen Hinweis vom gegnerischen Team, das knapp vorbeigeraten hat. Als Sieger feiert man sich Augenzwinkernd. Dennoch ist immer Zeit für eine nächste Runde. Und noch eine und noch eine… Das Spiel hat sich teilweise den kompletten Abend nicht totgelaufen.

Auch das „Nachspiel“ weiß in „Word Slam“ zu überzeugen. Wenn die Teams vergleichen, wer welche Hinweiskombination gelegt hat. Es wird diskutiert, wie man mit diesen Karten auf den Suchbegriff kommen soll. Oder, man einfach verwundert ist, dass manche sich scheinbar wortlos verstehen können, wenn eine Runde nach wenigen Sekunden mit den Worten „Lang“ und „Gelb“ abgeschlossen ist (gesucht war übrigens Banane).

Die Such-Karten selbst sind in unterschiedliche Schwierigkeitsgattungen unterteilt. Wobei das auch subjektiv ist. Manches fällt einem eben leichter, als anderes. So können Fußballfans wohl mit „Sport Mann Vorn“ wohl leichter etwas anfangen, obwohl es einer der schweren Begriffe ist. Aber das tut dem Spaß keinen Abbruch. Warum auch. Schließlich kann man sich brüsten, wie intelligent man ist.

Die beiliegende Sanduhr haben wir übrigens weg gelassen. Zum einen, weil alle Wörter lösbar waren und zum anderen, weil wir sie als spaßraubend empfanden.

Alles in allem ist „Word Slam“ also ein kommunikatives Spiel, wie es sein soll. Für alle fordernd und dennoch spaßig. Und keiner muss sich mit blöden Aktionen bloßstellen. So liebe ich Partyspiele. Also, bitte weiter so! Aber tut mir und euch einen gefallen. Spielt es in möglichst großen Runden. Je weniger Spieler, desto weniger Spaß macht das Ganze. Aber übertreibt es auch nicht, denn jeder im Team sollte die Worte, die gelegt werden gut erkennen können.

 

 

Word Slam

Kosmos 2016


Autor: Inka und Markus Brand

 

Dauer: Variabel

 

Spieler: 3+
Schwierigkeit: Einsteiger