Santorini – Roxley Games – 2017


Schaffe, schaffe Häusle baue. Wenn man „Santorini“ glauben darf ist dieses Motto nicht nur für Schwaben passend. Denn hier sind es die griechischen Götter selbst, die den Menschen bei einem kleinen Wettbewerb helfen und sich ein Spiel daraus machen. Also schnappt euch euren Werkzeuggürtel und baut schnell einen schönen Turm, um einen Blick auf den Horizont zu werfen.

Diebe im Olymp

„Santorini“ ist schnell gelernt. Im eigenen Zug darf man einen seiner Arbeiter 1 Feld bewegen und 1 Turmebene bauen. Wer zuerst auf dem 3. Stockwerk steht, der hat gewonnen. Natürlich gibt es hier noch ein paar Regeln zu beachten. Später kann man das Spiel noch durch Helden- und Götterfähigkeiten ausbauen, die die Denkmaschinerie fordern.

 

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Wie es die Anleitung empfiehlt spielen wir "Santorini" zu zweit.

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Der Startspieler stellt seine zwei Arbeiter auf beliebige Felder.

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Der zweite Spieler tut es ihm gleich.

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Schon kann das Spiel beginnen. Blau bewegt einen Arbeiter um 1 Feld.

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Danach darf er ein Gebäudeteil setzen.

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Auch grau bewegt sich 1 Feld.

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Und setzt 1 Gebäudeteil.

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Blau ist wieder am Zug. Er bewegt sich ein Feld. Dabei klettert er auf das Erdgeschoß. Je Bewegung darf nur eine Höheneinheit nach oben geklettert werden.

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Und er setzt 1 Gebäudeteil angrenzend.

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Bitte nicht wundern, warum die Spieler sich immer nur bewegen und Gebäude setzen. Sie haben keine Auswahl, jeder Zug besteht aus 1. Bewegen, 2. Bauen. Also bewegt auch Grau sich erneut.

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Und baut.

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Auch Blau zieht eine Figur.

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Und baut angrenzend.

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Wir überspringen ein paar Züge. Grau hat sich auf einen Sieg vorbereitet, er müsste nur noch auf den Turm mit 3 Stockwerken ziehen. Doch Blau hat etwas dagegen. Er bewegt einen Arbeiter angrenzend zu diesem Turm.

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Und platziert ein Dach darauf. Schon kann Grau nicht mehr auf den Turm ziehen.

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Wir springen wieder ein paar Züge weiter und sehen folgende Konstellation.

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Blau führt eine Bewegung mit dem linken Arbeiter aus.

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Und platziert die dritte Ebene.

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Grau kann ihn nun nicht mehr aufhalten, da dieser sich nicht angrenzend zu diesem Turm bewegen kann. Er führt also noch einen letzten Zug aus.

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Im Anschluss klettert blau auf den Turm und gewinnt das Spiel.

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Wir werfen nun noch einen kurzen Blick auf die Götterkarten. Diese geben einem Spezialbewegungen, Fähigkeiten und teilweise neue Siegbedingungen.

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Dem Spiel selbst liegt gleich eine Erweiterung bei, das goldene Vlies. Dieses bringt ein neues Element ins Spiel, nur derjenige, der neben dem Vlies steht darf die Kraft einer zu Spielbeginn für alle bereit gelegte Götterkarte nutzen.

 

God of War

Zuallererst springt einen bei „Santorini“ natürlich das tolle Design an. Schön gezeichnete Charaktere, 3D-Gebäude, ein in die Höhe ragender Spielplan und nette kleine Handwerkerfiguren, die einen im Spiel begleiten. Alles sieht wirklich toll aus. Die Ernüchterung folgt jedoch auf den Fuß. Denn eigentlich handelt es sich bei „Santorini“ um ein rein abstraktes Spiel. Im Endeffekt hätte man hier jedes andere Thema darüberstülpen können. Genauso gut kann man es einfach entfernen. Es funktioniert danach genauso gut, wie mit griechischer Mythologie.

Das muss jetzt nicht wirklich schlecht sein. Für Spieler, wie mich, die eine schöne thematische Einbindung bevorzugen und die beim Spielen Geschichten erleben wollen, ist das natürlich ein gewisser Minuspunkt. Das Spiel selbst funktioniert dabei ohne Erweiterung am besten. Wenn jeder einfach dieselben Voraussetzungen hat. Dann spielt es sich ein wenig wie Schach. Man führt Züge aus, versucht zu erraten, was der Gegner vorhat und baut Fallen auf. Denn nur so kann man siegreich sein. Warum man einem reinen 2er Spiel (die Anleitung weist einen selbst darauf hin) unbedingt mehr Spieler hinzufügen musste erschließt sich mir auch nicht ganz. Das macht das Spiel nicht besser, sondern klaut dem ganzen noch die genaue Planbarkeit.

 

 

Die Fähigkeiten, die man ins Spiel einbauen kann sind zwar allesamt nett, aber sie tun meiner Meinung nach dem Spiel nicht gut. Sie sind einfach nicht richtig austariert. So kann es dann vorkommen, dass es ein Spieler um Längen zu einfach hat. Wie zum Beispiel Pan, der einfach vom 1. Stock herunterspringen muss, um zu gewinnen. Oder Demeter, die in ihrem Zug immer doppelt bauen kann. Ja, ich weiß, ein Spieler wählt die Fähigkeiten für das Spiel und der andere sucht sich seine zuerst aus, aber hier hätte ich mir mehr Tuning gewünscht. Sozusagen Klasse statt Masse.

Somit ist „Santorini“ ein Spiel, das zwar funktioniert, aber bei mir persönlich keine Begeisterungsstürme auslöst. Wer ein Faible für abstrakte Spiele ohne Glücksfaktor hat, der kann jedoch bedenkenlos zugreifen. Allen anderen würde ich zu einer Testpartie raten. Was für mich persönlich bleibt ist ein eher mittelmäßiges Spielgefühl, das zwar wenig Zeit in Anspruch nimmt, aber allein von der Optik her mehr verspricht, als es halten kann.

 

Santorini

Roxley Games 2017


Autor: Dr. Gordon Hamilton
Dauer: ca. 15 Minuten
Spieler: 2-4
Schwierigkeit: Einfach

Anmerkungen

  • Kickstarter Projekt