Feuville – Huch – 2017

All diejenigen, die, wie ich, der französischen Sprache nicht mächtig sind, wird sich die Bedeutung des Namens „Feuville“ nicht erschließen. Aber dank moderner Technik und dem Google-Translator ist mir nun bewusst, dass es sich um ein zusammengesetztes Substantiv handelt. Feu ist französisch für Feuer. Ville bedeutet übersetzt Stadt/Ort. Also könnte man von „Feuerstadt“ ausgehen. Und das klingt französisch dann doch eleganter. Aussprechen kann ich es dennoch nicht. Aber das macht nichts, denn zum Spielen muss ich das auch nicht.
 
Feuville
 

Nur, wer nicht mit dem Feuer zu spielen versteht, verbrennt sich daran.

(Oscar Wilde)

In „Feuville“ bauen wir mit Hilfe zweier Würfel unsere Hauptstadt aus. Dabei versuchen wir möglichst zur richtigen Zeit zu Punkten und dem Drachen keinen Brennstoff zu geben. Doch auch die einzelnen Stadtbewohner bieten uns ihre Hilfe an. Die benötigen wir, wenn wir zum Schluss mit den meisten Siegpunkten dastehen möchten.

Einen bebilderten Spielablauf findet ihr in dieser Galerie:

Heute spielen wir Feuville zu Dritt.
Wir sind Startspieler und werfen die Würfel.
Mit der 5 nehmen wir uns das Mittelteil der 5er Spalte.
Dieses bauen wir gleich an.
Den 1er verwenden wir für ein Himmelsplättchen.
Und schon haben wir eine Wolke über unserem Haupt.
Der nächste Spieler ist am Zug und wirft eine 2 + 4.
Für die 2 nimmt er sich ein Plättchen aus der entsprechenden Spalte.
Dieses legt er bei sich an.
Mit der 4 aktiviert er die Architektin.
Die fehlenden Plättchen ...
... werden wieder aufgefüllt.
Danach darf er sich ein beliebiges aussuchen.
Dieses verbaut er sofort.
Unser zweiter Gegner ist am Zug. Er wirft eine 1 + 2.
Für den 1er aktiviert er den Narren.
Hier darf er würfeln. Er beginnt mit einer 2.
Danach eine 1. Beide werden addiert. Er ist also insgesamt bei 3.
Mit dem nächsten Wurf ist er dann insgesamt bei 8. Er hört auf.
Der Spieler selbst erhält 8 Siegpunkte, alle seine Gegner die Differenz zu 10.
Seinen zweiten Würfel verwendet er um sich einen Feenzauber zu nehmen.
Er entscheidet sich für den Drachenschutz.
Diesen legt er verdeckt an sein Tableau.
Danach werden die Zauber wieder aufgefüllt.
Wir sind wieder am Zug und werfen einen Pasch. Der Drache greift an.
Wir haben 1 Wolke und unsere Stadt ist nur 1 Spalte breit. Wir sind geschützt, es passiert nichts.
Unser erster Gegner hat nicht so viel Glück. Bei ihm brennt die Stadt. Eigentlich sind beide seiner Spalten betroffen, aber das Startplättchen brennt nie.
Der blaue Spieler hat es leichter. Er hat bisher nur sein Startplättchen, somit brennt auch bei ihm nichts.
Wir dürfen die Würfel danach erneut werfen und unseren normalen Zug durchführen. Die 4 verwenden wir für ein neues Teil.
Welches wir sofort anlegen.
Mit der 2 holen wir uns einen Zauber.
Diesen legen wir verdeckt bei uns ab.
Grün ist wieder am Zug. Er wirft die Würfel.
Mit der 6 aktiviert er den Zauberer.
Er darf bis zu 2 Spalten seiner Stadt wieder auf die unbeschadete Seite drehen.
Im Anschluss darf er sich einen Zauber aussuchen.
Er nimmt sich die 5 Siegpunkte.
Welche er sofort nach vorn zieht.
Mit seiner gewürfelten 3 aktiviert er den Wirt.
Er darf sich ein beliebiges Plättchen nehmen.
Welches er sofort verbaut.
Danach geht es Reihum weiter. Blau nimmt sich ein Plättchen.
Genau so wie wir.
Zum Schluss darf sich grün ein weiteres Plättchen nehmen.
Der nächste Spieler ist am Zug.
Er aktiviert die Architektin.
Alle Plättchen werden aufgefüllt.
Danach aktivieren wir unseren Zauber. Wir dürfen uns noch vor dem aktiven Spieler ein Plättchen nehmen.
Wir nehmen eine Doppelwolke.
Danach nimmt sich Spieler blau auch ein Plättchen.
Als zweites verwendet er seine 1 um den in dieser Spalte befindlichen Erlass zu nehmen.
Er entscheidet sich diesen noch nicht zu werten, sondern bei sich zu parken.
Wir sind wieder dran.
Mit der 6 nehmen wir uns ein Plättchen.
Welches wir sogleich anbauen.
Die 1 gibt uns ein weiteres Teil.
Dieses parken wir jedoch bei uns. Es darf in unserem Zug jederzeit verbaut werden.
Wir überspringen ein paar Runden. Wir sind nun wieder am Zug.
Einen Würfel verwenden wir für die Stadtwertung.
Diese darf einmal im Spiel durchgeführt werden. Es werden alle Stadtteile gezählt, die zwischen 2 Türmen mit 1 Stadttor liegen. In unserem Fall sind das 10. Für jedes dieser Plättchen gibt es 2 Siegpunkte. Sind für uns also 20.
Wir markieren eine der abgerechneten Spalten mit unserem Zeichen.
Den abgerechneten Erlass legen wir verdeckt auf unser Tableau.
Für unsere 5 aktivieren wir den Bürgermeister. Dieser erlaubt uns einen beliebigen Erlass zu nehmen.
Mit diesem hier dürfen wir 4 zusammenhängende Plättchen werten. Dort werden alle passenden Symbole gezählt, was uns in diesem Fall 9 Siegpunkte einbringt. Das Spiel geht weiter, bis die Erlasse nicht mehr aufgefüllt werden können. Zum Schluss gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Wer mit dem Feuer spielen will, muss wissen, wo das Wasser steht.

(Oliver Tietze)

Eines vorweg. Es kam die letzte Zeit kein Titel häufiger bei uns auf den Tisch, als „Feuville“. Für mich gehört es zu den sehr guten Familienspielen. Durch die schöne Optik ist die Hemmschwelle schön gering gehalten. Die Regeln selbst überfordern auch niemanden, selbst, wenn man erst einmal ein Spiel zum Einstieg benötigt, um die Widrigkeiten mit dem Drachen und den Punkten einschätzen zu können. Hat man es dann geschafft den Leidtragenden, von üblen Verwüstungen bei einem Pasch, Lösungen aufzuzeigen, ist auch dieser einer weiteren Partie nicht abgeneigt.

Dabei zieht auch der Aufbau-Aspekt. Man spielt und sieht vor sich eine Stadt entstehen. Hat man dann die ersten Partien bestanden, kommt ein wenig mehr Interaktivität ins Spiel. Nicht so extrem, wie in anderen Spielen, aber gerade so weit präsent, dass man diese aktiv wahrnehmen kann.

Die Hürde zu gutem Spiel ist dabei nicht allzu hoch. Selbst mein Sohn kann mir hier den Sieg streitig machen, was dem einen oder anderen Extrem-Optimierer natürlich sauer aufstoßen wird. Für mich persönlich ist ein Spiel wie „Feuville“ dabei ein klarer Glücksgriff. Eine Möglichkeit mit einem nicht banalen Titel die Lust am Spiel bei meinem Nachwuchs zu fördern. Habt auch ihr nicht ganz spiel affine Menschen mit Gateway-Titeln für das Hobby gewinnen können, könnt ihr mit „Feuville“ das Niveau auf die nächste Stufe heben.

Natürlich spielt das Glück eine nicht zu unterschätzende Rolle. Sowohl bei den Würfeln, als auch bei den nachgezogenen Plättchen. Dieses übernimmt jedoch nicht die komplette Kontrolle, sondern sorgt für etwas Würze, so dass sich manch Entscheidung auch wichtig anfühlt.

„Feuville“ ist ein Spiel, das seinen festen Platz bei unseren familiären Spieleabenden im Sturm erobert hat und sogar eingefordert wird. Für mich also ein ganz klarer Glücksgriff aus Essen 2017. Bösartig zuschlagend, aber dennoch zähm- und kontrollierbar.

 

Feuville

Huch! 2017


Autor: Udo Peise
Dauer: ca. 30 – 40 Minuten
Spieler: 2 – 4
Schwierigkeit: Fortgeschritten

Anmerkungen

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