Dream Islands – Schmidt Spiele – 2016

Wisst ihr, wie mein Programm die letzten Tage aussah? Schneeschippen, Schneeschippen, Schneeschippen. Morgens… Abends… Zwischendurch. Und jetzt schneit es schon wieder. Ich kann es nicht mehr sehen. Überall weiß. Dann ist es noch saukalt. Aber Zuhause ist es auch nicht besser. Ich weiß nicht wer, aber irgendjemand hier scheint heute den ganzen Tag lang das Haus einzureißen. Ständig ein lärmendes Poltern. Ich bin reif für die Insel.

Zum Glück hat Schmidt Spiele ein nachsehen mit mir. Mein gepeinigter Geldbeutel würde eh nicht aufkommen können für eine Reise in den Süden. Also begebe ich mich nach „Dream Islands“ um dort Inselhopping zu betreiben. Und wenn ich die Heizung hoch genug aufdrehe und die richtige Musik auflege, dann kann ich, wenn ich einen kleinen Topf an mein Ohr halte das Meer rauschen hören…

 

Sunshine… Sunshine Reggea

In „Dream Islands“ steuert jeder Spieler 6 Urlauber über einen Rundlauf aus Inseln. Ziel ist es diverse Kombinationen zu erreichen, um Aufträge zu erfüllen. Diese bringen Punkte, genauso wie eine Positionierung auf der Insel in der Mitte. Je früher man dort ankommt, desto höher die Punktzahl. Dabei sollte man jedoch auch ein Auge darauf werfen, welche Bewegungsmöglichkeiten einem noch offen stehen, um so gezielt Urlauber platzieren zu können.

Bebilderte Beispielszüge findet ihr in dieser Galerie:

 


1/13

Im Spiel zu zweit zeige ich euch ein paar Züge.

 

2/13

Gelb beginnt und wählt mit der Muschel, dass er 4 Schritte machen möchte.

 

3/13

Er setzt 4 seiner Urlauber jeweils 1 Schritt vom Flugzeug auf die erste Insel.

 

4/13

Und legt am Ende seines Zuges den Auftrag „5 Urlauber auf 1 Insel“ ab. Damit hat er die ersten 2 Siegpunkte gesammelt. Am Ende des Zuges zieht er wieder auf 3 Handkarten auf.

 

5/13

Nun ist Blau am Zug. Er wählt die 2.

 

6/13

Damit bewegt er seinen Urlauber von der „Affensinsel“ um zwei Felder weiter.

 

7/13

Hiermit hat er den Auftrag „Die meisten eigenen Urlauber auf der Insel mit der Höhle“ erfüllt.

 

8/13

Gelb wählt die 3 für seinen nächsten Zug.

 

9/13

Er bewegt einen seiner Urlauber um 2 Felder und einen um 1 Feld.

 

10/13

Wodurch er 2 Aufträge erfüllt hat. 3 Inseln hintereinander mit Urlaubern befüllt. Und die meisten Urlauber auf der abgedruckten Insel.

 

11/13

Blau wählt nun die 5.

 

12/13

Er zieht mit 2 Urlaubern insgesamt 5 Felder.

 

13/13

Dadurch hat auch er den Auftrag mit 3 aufeinanderfolgenden Inseln erfüllt.

Das Spiel geht nun so lange weiter bis entweder

a) ein Spieler alle Aufträge erfüllt hat.

oder

b) auf der Insel in der Mitte mindestens 6 Urlauber sind.

Der Spieler mit den meisten Punkten hat dann gewonnen.

 


Like ice in the sunshine

„Dream Islands“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Familienspiel auszusehen hat. Die Optik ist ansprechend, das Thema zwar leicht abstrakt, aber immer noch sehr gut erkennbar, die Regeln schnell erklärt und eine Partie dauert nicht allzu lange. So haben wir unsere Ausflüge auf die Trauminseln sehr genossen. Auch, wenn nicht alles vollkommen zufriedenstellend war.

Zum einen wäre da zu nennen, dass man während des Spiels keinerlei Einfluss auf den Gegner hat. So spielt sich „Dream Islands“ sehr friedlich, was vielleicht zum Urlaubsthema passt, aber eben nicht zu jeder Spielrunde. Wer jedoch auf eine lockere Atmosphäre am Tisch steht und anderen nicht so gern ins Handwerk pfuscht ist hier genau richtig. So manch einer mag nun vielleicht sagen: „Moment! Natürlich kann ich andere Spieler blockieren, es gibt ja Aufträge, bei denen man die meisten Urlauber auf einer Insel haben muss.“ Ja, die gibt es. Aber man weiß eigentlich nie, wann der Gegner welche Insel sammelt, bzw. würde sich selbst zu sehr blockieren, wenn man versucht dem Gegner eins auszuwischen.

Der zweite Punkt ist die Insel in der Mitte, die im Grunde genommen kaum Bedeutung hat. Es ist einfach lukrativer seine Aufträge durchzupeitschen, als Urlauber aus dem Kreislauf abzuziehen. Des Weiteren hat es nie etwas gebracht in die Inselmitte zu ziehen, anstatt seine Aufträge zu erfüllen. Dafür erhält man dort einfach zu wenig Punkte. Natürlich wäre es äußerst kontraproduktiv gewesen die Punkte zu erhöhen, denn sonst hätte sich ja niemand mehr auf seine Aufträge konzentriert, aber so bleibt die Inselmitte, bis auf die letzte Runde, zumeist leer.

Dennoch macht „Dream Islands“ spaß. Dabei ist das Spielgefühl je nach Anzahl der Spieler sehr unterschiedlich. Zu zweit ist es ein immenses Rennen, bei dem man wirklich zu tun hat in einem Zug mindestens einen Auftrag zu erfüllen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Mit jedem weiteren Spieler ist dann etwas Geduld und Planung vonnöten, da hier die Aufträge mit den meisten Besuchern auf bestimmten Inseln genau zur richtigen Zeit erfüllt werden wollen.

Dabei ist zu sagen, dass „Dream Islands“ eines der Spiele ist, das Kindern gleichermaßen Spaß macht, wie spielbegeisterten Omas und Opas. Also ein Spiel, das es locker schafft mehrere Generationen an einem Tisch zu vereinen, abseits von Mensch ärgere dich nicht, bei dem im Normalfall jeder froh ist, wenn es endlich endet. Hier legt man nochmals gern eine weitere Partie ein, was sehr für das Spiel spricht.

Aber bitte entschuldigt mich, ich muss nun zurück in den Schnee, dieser schaufelt sich schließlich nicht von selbst.

 

 

Dream Islands

Schmidt Spiele 2016


Autor: Lorenz Kutschke
Dauer: ca. 5 Minuten je Spieler
Spieler: 2-4
Schwierigkeit: Einfach

Anmerkungen