Chariot Race – Pegasus – 2016

Ich bin stolz auf mich. Eigentlich wollte ich den Beitrag mit einem billigen Wortwitz mit dem Thema Ben Hur eröffnen. Aber nein, das erspare ich mir und natürlich euch. Die Zeiten von Peter Steiners Theaterstadl sind längst vorbei. Genauso, wie die großen Zeiten der Streitwagenrennen. Aber zum Glück haben wir das Medium Spiel für uns gewählt. Hier können wir alles Interessante wieder aufleben lassen. Ob sich das bei „Chariot Race“ lohnt erzähle ich euch später.

Hoch auf dem gelben Wagen…

„Chariot Race“ ist einfach zu lernen. Wer an der Reihe ist wirft seiner Geschwindigkeit entsprechend Würfel. Diese darf er auf Wunsch einmal nachwerfen, im Anschluss muss er die Ergebnisse ausführen. Geht man zu schnell in die Kurve, beschädigt man seinen Streitwagen. Fährt man über Krähenfüße, beschädigt man seinen Streitwagen. Rammt man einen Mitspieler, beschädigt man seinen Streitwagen. Wird man von einem Speer getroffen, beschädigt man seinen Streitwagen. Schafft man dann doch 2 komplette Runden, hat man die Chance darauf den Sieg davon zu tragen.

Bebilderte Beispielszüge findet ihr in dieser Galerie:

 


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Als Beispiel habe ich ein Spiel für 3 Spieler aufgebaut. Nach Auslosung steht die Reihenfolge. Gelb, Grün, Braun.

 

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Gelb beginnt und darf aufgrund der aktuellen Geschwindigkeit 5 Würfel werfen.

 

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Einmal nachwerfen ist kostenlos, wobei man nicht alle Würfel neu werfen muss. Somit haben wir nun 5 Ergebnisse, die wir ausführen müssen.

 

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Für die 2 Münzen dürfen wir uns 2 Punkte Schicksal gutschreiben. Wir können diese ausgeben, um unseren Wagen zu reparieren oder erneut zu würfeln.

 

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Im nächsten Schritt kommt die Bewegung. Für den linken Würfel müssen wir die Bewegung um 2 Punkte steigern, dafür erhält unser Wagen 1 Schaden. Der rechte Würfel ist für 1 Punkt Geschwindigkeit, den wir wahlweise addieren oder subtrahieren dürfen.

 

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Unser Wagen hat nun also 11 Punkte auf der Schadensleiste übrig und eine Geschwindigkeit von 7.

 

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Diese müssen wir komplett geradeaus auf unserer Bahn fahren, da uns ein Würfel mit einem Spurwechsel-Symbol fehlt. In der Kurve ist auf unserem Feld die 7 aufgedruckt. Das bedeutet, dass wir ohne Schaden maximal mit einer Geschwindigkeit von 7 darüberfahren dürfen. Passt.

 

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Zuletzt bleibt noch der Würfel mit dem Angriffssymbol.

 

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Für diesen lassen wir auf dem von uns befahrenen Weg einen „Krähenfuß“ als Hindernis liegen.

 

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Mit grün geht es weiter. Auch er darf insgesamt zweimal würfeln.

 

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Er hebt die Geschwindigkeit um 1 Punkt an.

 

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Im Anschluss fährt er seine 5 Felder und darf für den gewürfelten Spurwechsel seine Bahn ändern.

 

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Dabei kommt er in der Kurve auf dem Feld mit der 3 zum Stehen. Da er eine Geschwindigkeit von 5 hat erhält er 2 Punkte (die Differenz) an Schaden.

 

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Aber wir haben ja noch 3 Angriffswürfel, was weitere Krähenfüße auf der Fahrbahn bedeutet.

 

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Braun ist am Zug. Auch er würfelt.

 

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Er erhält 1 Schicksalspunkt, 1 Schaden und darf mit insgesamt 6 Feldern fahren und dabei 2 Bahnen wechseln. Da er nun nah genug am grünen Spieler steht verwendet er seinen Angriffswürfel dafür einen Speer zu werfen und dem grünen Streitwagen dadurch 1 Schaden zuzufügen.

 

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Gelb ist wieder am Zug. Der Tabelle entnehmen wir, dass er nun nur noch 4 Würfel werfen darf.

 

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Als Ergebnis erhält er wie folgt.

 

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Er beschleunigt weiter und bringt so schon viel Strecke zwischen sich und seine Gegner.

 

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Grün ist an der Reihe. Bevor er nun würfelt kümmert er sich lieber um seinen Wagen

 

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Er gibt 3 Schicksalspunkte aus und repariert hierfür 3 Punkte. Danach geht es wie gewohnt weiter.

 

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Wem der Standard-Plan übrigens zu leicht ist kann mit der B-Seite noch für etwas mehr Würze (sprich Chaos) im Rennalltag sorgen.

 


Morituri te salutant

Ja, es stimmt. “Chariot Race” ist ein schnelles, famielienfreundliches Spiel. Zumindest dann, wenn jeder seine Züge einfach nur schnell durchführt. Wobei das nicht so schwer ist. Denn so richtig viel nachzudenken gibt es nicht. Würfeln, evtl. nachwürfeln, ausführen, ärgern. Denn “Chariot Race” ist eins. Pures Chaos. Vor allem, wenn man mit voller Besetzung spielt. Das kann einem gefallen, muss es aber nicht. Ich persönlich hatte gleichzeitig Spaß damit und konnte genauso gut keine Lust auf das Spiel haben. Je nach Tagesverfassung und Laune und Mitspieler. Ab und an kann man es schon spielen, man wird aber schnell zu anderen Titeln greifen. Natürlich könnte man hier nun die “Absacker”-Jokerkarte ziehen. Aber auch hier gibt es bessere Spiele.

Das Material ist jedoch nicht so toll. Beginnend bei den Streitwägen. Mit einer normalen Spieltischbeleuchtung muss man schon mehrfach hinschauen, um den richtigen Wagen ausfindig zu machen. Vor allem, wenn diese längs zu einem stehen. Gleichfalls ist das mit den Klammern an den Spielerzetteln eine nette Idee, die in der Praxis aber leicht dafür sorgen, dass die Tableaus beim Verschieben verbiegen. Wir sind bald zu Steinen als Markierungen übergegangen. Ich weiß, das Spiel sollte vor allem eines sein, günstig, aber vielleicht hätte es doch andere Lösungen gegeben?

Auch, wenn es sich so anhört, komplett ausreden möchte ich euch “Chariot Race” nicht. Seid ihr schadenfroh, wenn es eure Mitspieler zerlegt und könnt verkraften, wenn es euch passiert ohne, dass ihr wirklich vieles zu entscheiden habt, bzw. großartig Einfluss darauf nehmen könntet? Dann greift zu. Für den Rest ist “Chariot Race” nice to have. Muss aber nicht unbedingt sein.
 

 

Chariot Race

Pegasus 2016


Autor: Matt Leacock
Dauer: ca. 5 – 10 Minuten je Spieler
Spieler: 2-6
Schwierigkeit: Einfach

Anmerkungen

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