Raiders of the North Sea- iOS/Android

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger – und vor allem kälter! Ehe mir also die Lebensmittel ausgehen, schwinge ich mich mal schnell auf mein Wikingerschiff, fahre über den Kanal rüber nach England, und plündere ein paar Kloster. Oder vielleicht mache ich das besser doch nur auf dem Handy? Trotz Brexit dürfte dieses Handelsgebahren eher auf Empörung stoßen.

Als App kann ich es aber – und zwar mit der Umsetzung des Brettspiels „Raiders of the North Sea“ von Garphill Games. Sowohl auf Telefon, als auch auf Tablet, kann man nun auf Raubzug gehen.


Erobern ist leichter als regieren.

(Jean-Jacques Rousseau)

In dem Spiel versuchen wir den größten Ruhm unter unseren Mit-Wikingern zu erlangen, indem wir mit einer Schiffsbesatzung und Vorräten ausgestattet die Küste Englands überfallen und mit reicher Beute zurückkehren.

Im heimischen Wikingerdorf können wir uns so lange ausrüsten und eine Crew anheuern, bis wir schließlich entscheiden, eines der noch nicht besuchten Ziele zu überfallen und zu plündern.

Das Spiel endet, wenn entweder keine Forderungen der Ältesten mehr gestellt werden, nur noch eine Festung in England steht oder keine Walküren mehr gefallene Wikinger nach Walhalla leiten. Dann hat der Wikinger gewonnen, der am Meisten Ruhm gesammelt hat.


Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix!

(Mars Inc.)

Tom meint:

Die App ist dem Brettspiel sehr treu geblieben. Man findet sich auf dem Spielplan zurecht und auch die Symbole für die Ressourcen sind identisch. Die Mannschaft, die man ausspielt wird passenderweise ohne Kartenhintergrund angezeigt – was allerdings bei den sehr unterschiedlichen Posen und Größen der Figuren durchaus dazu führen kann, dass man zweimal hingucken muss, bis man sieht, wie viele Karten die Mitspieler (oder man selbst!) eigentlich aktuell ausgespielt hat. Hier wäre eine Zahl praktischer gewesen.

In der Bedienung ist „Raiders of the North Sea“ allerdings sehr komfortabel und erlaubt schnelles Scrollen oder springen zu den wichtigen Orten im Spiel! Auch sonst sind die Gesten intuitiv, indem man seine Arbeiter auf die entsprechenden Positionen des Spielplans zieht, oder von dort weg bewegt. Das wurde sehr schön gelöst. Dabei wurde auch an eine Undo-Funktion gedacht, wenn man doch einmal die falsche Aktion gewählt hat.

Mir selbst sind keine Änderungen zum Brettspiel aufgefallen. Allerdings gibt es für die analoge Umsetzung eine ganze Menge an Promo-Karten – oder Mini-Erweiterungen – welche den Weg (noch?) nicht in die App gefunden haben.

Der Multiplayer-Modus macht Spaß: Man kann entweder Spieler aus der eigenen Freundesliste herausfordern, oder freie Spiele erstellen. Dabei kann man auch AI-Gegner mit hinzunehmen und das Spiel mit einem Passwort versehen, so dass nicht beliebige Spieler dem Spiel beitreten können. Das Online-Spiel selbst läuft dann asynchron ab. Sollte ein Spieler „droppen“, also einfach das Spiel verlassen, so übernimmt automatisch ein KI-Spieler dessen Rolle, so dass man seine Partie noch zu Ende spielen kann.

Das Brettspiel, welches als Vorlage diente, gehört zu meinen liebsten Spielen. Es spielt sich locker und pfiffig und der verwendete Worker-Placement-Mechanismus ist erfrischend. Um so mehr freut es mich, dass ich mit der App nun auch online Partien spielen kann. Insbesondere der Multiplayer-Modus ist sehr gut gelungen. Ein echtes Matchmaking im Sinne eines ELO-Scores oder etwas in dieser Art gibt es nicht – eine Spielstärke wird nicht festgehalten. Man wählt die Partie, der man beitreten möchte, einfach selbst aus. Allerdings muss ich anmerken, dass die einzelnen Züge bei „Raiders of the North Sea“ oftmals sehr kurz ausfallen (Beispiel: Nimm Silber, Nimm Proviant), so dass eine asynchrone Partie sich durch „Mikro-Entscheidungen/Züge“ gefühlt in die Länge zieht.

Besonders das Übernehmen eines Spielers durch die KI, falls dieser das Spiel verlassen sollte, ist eine der besten Entscheidungen überhaupt, da so kein Frust durch immer wieder vorzeitig abgebrochene Partien aufkommt!

Unter dem Strich bleibt es eine der besten Umsetzungen eines Brettspiels, die ich kenne!


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Raiders of the North Sea

iOS und Android


Developer: Dire Wolf Digital
Spieler: 1 – 4
Sprache: Deutsch, Englisch
Hochkant spielbar: Nein
Schwierigkeit: Einsteiger – Fortgeschrittene

Anmerkungen

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