Ersteindrücke sind ja immer so eine Sache. Können doch verschiedene Aspekte bei den ersten Partien das Erlebnis beeinträchtigen, sowohl negativ wie positiv, was später wieder revidiert werden muss. In der aktuellen Situation kommt bei mir noch dazu, dass ich vermehrt online spiele und hier die Bedienung teilweise zusätzlich als Faktor dazukommt.
Trotzdem finde ich persönlich diese Eindrücke oft sehr hilfreich. Eine anständige Rezension braucht einfach seine Zeit und für die Kaufentscheidung des aktuellen Hype-Titels muss man schnell sein. Sind hier die Erstauflagen doch teilweise zügig ausverkauft und die Spiele dann für eine gewisse Zeit nur schwer zu bekommen. Und Geduld war ja nie meine Stärke…

Für diejenigen unter euch, denen es genauso geht, habe ich meine ersten Gedanken zu drei (mehr oder weniger) neuen Spielen zusammengefasst. Aber Achtung! Es handelt sich um keine Rezensionen!

Red Rising

Verlag: Stonemaier Games
Autor: Jamey Stegmaier und Alexander Schmidt
Spieler: 1 – 6
Dauer: 45 – 60 Minuten
Komplexität: Fortgeschrittene

Transparenz:
Kein Rezensionsexemplar

Red Rising

In der gleichnamigen dystopischen Buchreihe von Pierce Brown hat die Menschheit der Zukunft das Sonnensystem kolonialisiert. Die Gesellschaftsform wurde aber in ein Kastensystem geändert und die Menschen genetisch so verändert, dass man bereits an ihrem Äußeren die Zugehörigkeit zur jeweiligen Kaste erkennen kann.
Spielmechanisch handelt es sich um Handmanagement. In jedem Zug spielen wir eine Handkarte in die Auslage und dürfen dafür ihre Spezialfähigkeit nutzen. Dann nehmen wir uns eine andere Karte zurück auf die Hand und bekommen dafür einen Bonus, je nachdem, von wo wir diese Karte genommen haben. Am Ende kommt es dann zur großen Abrechnung und wir haben die eigene Kartenhand hoffentlich am besten aufeinander abgestimmt, um das Spiel mit den meisten Punkten zu beenden.

Mein Eindruck:

Ich könnte Red Rising jetzt mit Fantastische Reiche vergleichen, hätte ich das denn gespielt, denn der Grundmechanismus soll ganz ähnlich sein. Mit der Einschätzung zu dieser Referenz kann ich also nicht dienen. Wenn ich aber auf die Anzahl meiner Partien schaue und dann sehe, dass ich mich rapide der zweistelligen Marke nähere, dann kann es sich um kein schlechtes Spiel handeln. Das Spiel ist schnell erklärt und dauert nicht lange. Ihr müsst nur mit einem gewissen Glücksfaktor leben können. Die Karten beeinflussen sich immer wieder gegenseitig und wenn ich für die richtig dicken Punkte eine graue Karte benötigen würde, diese aber nicht auftaucht, kann das schon manchmal frustrierend sein. Dafür schüttet Red Rising aber kontinuierlich kleinere und größere Belohnungen aus. Mit jedem Zug bekomme ich etwas und dieses positive Gefühl überwiegt für mich. Auch nach einigen Partien entdeckt man noch neue Karten und Synergien. Sowohl als Absacker, als auch für mehrere kurze Partien hintereinander eine absolute Empfehlung von mir.
Nach aktuellem Stand gibt es Red Rising aber leider nur auf Englisch. Die Deluxe-Variante zu einem stolzen Preis wartet mit dem bei Stonemaier Games üblichen Material-Overkill auf. Metall-Cubes und -Anzeiger sowie Karten mit Prägung und Metallfarben. Die deutlich günstigere Standard-Version reicht da aus meiner Sicht vollkommen aus. Zudem ist diese auch bei normalen Händlern zu bekommen. Die Deluxe gibt es nur direkt bei Stonemaier Games.

A Thiefs Fortune - Cover

A Thief’s Fortune

Verlag: Taverna Ludica Games
Autor: Konstantinos Kokkinis & Satirios Tsantilas
Spieler: 1 – 4
Dauer: 45 – 90 Minuten
Komplexität: Familien

Transparenz:
Kostenfreies Rezensionsexemplar

A Thief´s Fortune

In „A Thief´s Fortune“ spielt ihr einen Langfinger, der in einem Setting von Tausendundeiner Nacht eine magische Sanduhr findet und damit die Zeit beeinflussen kann.

Spielmechanisch handelt es sich dabei um ein kartengesteuertes Draftingspiel. In der ersten Phase draften wir Karten, die wir dann in der zweiten Phase aktivieren können. Ziel ist es damit möglichst viele Punkte zu generieren. Der Kniff dabei ist, dass die Karten zuerst in die „Zukunft“ gespielt und mit Ressourcen belegt werden. Von diesen dürfen wir uns dann bedienen und wenn die letzte heruntergenommen wird, wandert die Karte in die „Gegenwart“. Erst dort kann die aufgedruckte Aktion genutzt werden. Mit jeder neuen Karte in der „Gegenwart“ wandern die sich dort schon befindlichen Karten in Richtung „Vergangenheit“. Landen sie dort, gibt es am Ende noch einmal Punkte dafür in der Endwertung.

Mein Eindruck:

So schön thematisch sich die Erklärung anhört, so mechanisch und trocken ist das Spielgefühl. Letztendlich optimiere ich die Nutzung der mir zur Verfügung stehenden Ressourcen und schiebe Karten von einem Bereich in einen anderen. Ich hatte mich sehr auf dieses Spiel gefreut, bin nach der Erstpartie aber auch sehr ernüchtert. Aus der tollen thematischen Vorlage wurde ein seelenloser Ressourcen-Euro auf Familienspielniveau. Die Lust auf weitere Partien ist mir schon ziemlich vergangen.

Juicy Fruits - Cover

Juicy Fruits

Verlag: Deep Print Games / Pegasus Spiele
Autor: Christian Stöhr
Spieler: 1 – 4
Dauer: 20 – 50 Minuten
Komplexität: Familien

Transparenz:
Kein Rezensionsexemplar

Juicy Fruits

Leckere Früchte und dazu Südsee-Feeling – Juicy Fruits entführt uns in ein eigenes kleines Inselparadies. Dort züchten wir Früchte, beliefern Schiffe und siedeln verschiedene touristische Attraktionen an. Die Grundaktionen sind dabei sehr einfach. Wir schieben in jedem Zug ein Plättchen auf unserer Insel in gerader Richtung und bekommen dafür Ressourcen. Je weiter wir es schieben können, desto höher ist der Ertrag. Danach können wir entweder ein Schiff beliefern und bekommen dafür Siegpunkte und vor allem mehr Platz auf der Insel. Oder aber wir kaufen ein Gewerbe, das uns entweder Punkte oder weitere Aktionen ermöglicht.

Mein Eindruck:

Hier war ich tatsächlich einmal froh, die erste Partie online gespielt zu haben. Der Aufbau nimmt fast die Hälfte der Spielanleitung ein! Verschiedenste Plättchen müssen sortiert und dann separat aus verschiedenen Beuteln gezogen und dann noch an die jeweils unterschiedlichen Plätze gelegt werden. Da kann ich mir vorstellen, dass Brettspiel-Neulinge die Anleitung ansehen und das Spiel dann schnell wieder im Regal verschwindet. Hat man diese Hürde überwunden, wartet dahinter aber ein kleiner Geheimtipp für mich. Schnelle Spielzüge mit wenig Downtime, dazu das Gefühl, dass es viele unterschiedliche Wege zum Ziel gibt und sowohl Strategie wie auch Taktik gefragt sind. Zudem hatte der Sieger der ersten Partie 46 Punkte, die Leiste geht aber bis 100. Es gibt also anscheinend auch noch ordentlich Optimierungspotenzial.

Wir bekommen Rezensionsexemplare ohne Auflagen vom Verlag.
Mehr Informationen zu Affiliate Links und Rezensionsexemplaren findet ihr in unserer Übersicht zur Transparenz und in den Bestimmungen zum Datenschutz.

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