King Tactics

Autor: Dirk Henn
Verlag: USM

Spieler: 1-2
Dauer:
15 Min
Zielgruppe: Fortgeschrittene

3
10

Da sitze ich gemütlich im Sessel und schaue Netflix, höre ich von meiner Frau die Worte „Es wäre auch schön, wenn ich von Dir mal wieder Rosen kriegen würden!“… Rosen kriegen würde… sinniere ich… Rosen kriegen… Rosenkriege… Mensch, da war doch was! Die Rosenkriege in England!

Schnell schnappe ich mir mein Mobiltelefon und starte die App „King Tactics“ – in dieser digitalen Implementierung des Kosmos-Klassikers „Rosenkönig“ von Dirk Henn aus dem Jahre 1992 spielt man nämlich die englischen Rosenkriege nach!

Der Rosenkrieg ist die Schlacht, in der die Blüten fallen und die Dornen sich in Speere verwandeln.

(Manfred Poisel)


In diesem Spiel versuchen wir, durch das geschickte Ausspielen von Karten, unsere eigenen Steine zu platzieren, um so möglichst große Flächen zu belegen. Diese werden dann jeweils im Quadrat gepunktet (eine Fläche aus 7 Steinen ist also 7 x 7 =49 Punkte wert). Dabei geben die Karten vor, wo man, relativ zur letzten Platzierung, seinen nächsten Stein setzen darf. Ersetzungen stehen immer nur begrenzt zur Verfügung; es gilt also, den Gegenüber im besten Falle zugunfähig zu machen. Das Spiel endet nach einer festen Zahl von Runden, oder wenn beide Spieler keinen Zug mehr ausführen können.

Kein Krieg der Welt ist zermürbender als ein Rosenkrieg unter Eheleuten.

(Sinan Gönül)


Thomas meint:

Das Brettspiel ist in dieser App sehr gut umgesetzt worden. Die Optik ist frisch und nett animiert mit kleinen Rittern und weißen und roten Flächen auf einem Schlachtfeld; dennoch bleibt die Ansicht sehr klar und wird nicht mit unnötigen grafischen Spielereien unübersichtlich. Karten, die aktuell nicht ausspielbar sind, werden leicht durchsichtig dargestellt – so sehe ich gleich, ob ich oder mein Gegenüber aktuell zugunfähig sind, beziehungsweise, welche Züge überhaupt zur Option stehen. Insbesondere bei den (seltenen) Rittern, mit denen ein gegnerischer Stein ersetzt werden kann, fragt die App zweimal nach, ehe dieser verwendet wird, was ich gut finde.

Damit sind wir auch bei der Bedienung angekommen, die sehr simpel und damit auch gleichzeitig sehr angenehm gestaltet wurde. Ich kann wahlweise eine Karte antippen oder das Feld, auf das ich einen Spielstein setzen möchte (bei der App: das ich einfärben möchte). Ich habe eine gute Übersicht, wie viele Punkte die Spieler haben, wie viele Ritter noch zur Verfügung stehen, und wie viele Züge noch gespielt werden. Sehr vorbildlich! Außerdem gibt es keine unnötigen Statusmeldungen oder Hinweise, die das Spiel verzögern. Einzig die Animation der Ritter, die auf die Spielfläche reiten, um ein gegnerisches Feld „anzugreifen“, nervt auf Dauer. Bei den ersten drei Spielen ist es noch niedlich anzusehen; später will man nur noch, dass sie vorbei ist.

Das Spiel erlaubt Partien gegen drei KIs in unterschiedlicher Spielstärke, wobei auch die schwerste KI keine allzu große Herausforderung darstellt. Neben dem freien Spiel gegen die KI, kann man gegen diese auch eine Kampagne spielen. In dieser spielt man die englischen Rosenkriege nach – zumindest sind die einzelnen Spiele dieser Kampagne auf der Karte von England an den jeweiligen historischen Schlachtfeldern platziert und geben vor dem Spiel einen kurzen historischen Abriss über die Schlacht, die dort damals geschlagen wurden. Die Kampagne selbst sind Spiele mit jeweils veränderten Bedingungen: Die Form des Spielfelds, die Anzahl der Ritter und auch bereits besetzte Felder auf der Spielfläche gehören zu den verschiedenen Faktoren, die in jeder Partie unterschiedliche Bedingungen vorgeben.

Außer dem Spiel gegen die KI sind zudem Partien gegen menschliche Spieler online möglich, allerdings nur live, nicht asynchron per Benachrichtigung, wenn man wieder am Zug ist. Leider muss ich sagen, dass die Umsetzung der Online-Partien, gelinde gesagt, ein Desaster ist. Es wird 45 Sekunden lang versucht, ob zufälligerweise ein anderer Spieler auch gerade eine Partie starten möchte. Eine Lobby, in der man andere Spieler, die gerade online sind, sieht, sucht man vergeblich. Man kann also erratisch das Matchmaking starten und eine knappe Minute warten, ehe man seufzt und sich wieder dem Spiel gegen die KI zuwendet. Schade eigentlich.
Und gegen die KI zu spielen ist leider auch nicht so spannend: Die KI ist auch auf der höchsten Stufe kaum eine Herausforderung – selten musste ich ein Spiel der Kampagne wiederholen; in der Regel habe ich die Szenarien beim ersten Anlauf geschafft. Und dafür wurde ich am Ende auch ziemlich belohnt! (Achtung! Ironie und Spoiler!)

Bleibt als Fazit zu sagen, dass die App zumindest das Spiel und die Bedienung sehr gut hinbekommen hat. Aber lange wird man keine Freude mit der App haben, da weder Partien gegen die KI, noch gegen menschliche Gegner (so sie denn zustande kommen) auf lange Sicht fordern.

 

Das gefiel uns:

  • Gutes User Interface
  • Getreue Umsetzung des Brettspiels
  • Varianten in der Kampagne

Das nicht so:

  • Schwache KI
  • Nur Live Matchmaking im Online-Multiplayer (Man findet keine Mitspieler)

Zusammenfassung

Sehr vielversprechend, falls es einen asynchronen Multiplayer und eine stärkere KI geben würde. Aktuell kann man es nicht empfehlen.
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