“Verdammt! Dieser Sturm wird ja immer schlimmer und wenn wir Pech haben, dann schlägt hier jeden Moment der Blitz ein. Hoffentlich bekommen wir unsere Rakete wieder rechtzeitig in Gang, bevor uns die Station um die Ohren fliegt”. So oder so ähnlich sind wohl die Gedanken einer der Charaktere in Forbidden Sky.


Donner ist gut und eindrucksvoll, aber die Arbeit leistet der Blitz.

(Mark Twain)

Forbidden Sky ist ein kooperatives Spiel, in dem wir versuchen von einer Station, die über der Erde in grosser Höhe schwebt, mit einer Rakete zu fliehen. Die Rakete wird durch einen echten Stromkreis aktiviert. Ein Spieler hat pro Runde 4 Aktionen. Er kann sich um ein Feld weiter bewegen, ein Plättchen, aus denen die Station besteht, ziehen, ein solches Plättchen an die bestehende Station anlegen oder den Stromkreis, den wir bauen müssen, erweitern. 

Nach dem Spieler kommt Mutter Natur dran. Dazu ziehen wir eine, oder im vorangeschrittenen Verlauf des Spiels, mehrere Wetterkarten. Die Karten bringen meistens negative Effekte, wie Blitzeinschläge, die auf die Gesundheit gehen oder Windstöße, die Charaktere ins Seil schicken oder, wenn das Seil reißt, in den Abgrund stoßen. Sollte ein Charakter sterben ist das Spiel vorbei.

In dieser Galerie findet ihr ein paar Runden als Beispiel zum Ablauf des Spiels:

So sieht ein Aufbau für 3 Spieler aus. Jeder hat eine Karte, die seinen Charakter mit seinen Fähigkeiten beschreibt und typischerweise 2 Plättchen.
Es gibt 4 verschiedene Schwierigkeitsstufen, das sind 2 davon. 
Sie unterscheiden sich durch die Anzahl der Teile, die im Stromkreis verbaut werden müssen.
Das sind die wählbaren "Charaktere", alle haben eine oder mehrer Fähigkeiten, ausserdem unterscheiden sie sich durch unterschiedliche Lebenskraft und Seilstärke.
Nach dem ersten Zug. Zwei Plättchen gelegt, die haben 2 kleine Kondensatoren gebracht. Ausserdem hat der Wind die Figur um ein Feld nach Westen geweht, zum Glück war da schon ein Plättchen, sonst wäre schon zu Beginn das Seil beschädigt worden.
Die Station ist vollständig alle nötigen Bauteile sind platziert, jetzt fehlt nur noch der Stromkreis.
Der Bergsteiger hat inzwischen nur noch 2 Lebenspunkt und auch das Seil ist ziemlich leiden müssen.
Der Stromkreis ist komplett und die Figuren sind alle bei der Rakete versammelt
Die Rakete startet

Und ich düse, düse, düse, düse im Sauseschritt.

(DÖF – Prokopetz, Tauchen)

Robert meint:

Forbidden Sky ist eine Box voller schöner Knobeleien, die auf mehreren Ebenen das Spiel formen. Der erste Teil der Tüftelei kommt mit der Station selbst. Wir erkunden und bauen sie, über die gezogenen Plättchen. Dabei sollte man genau überlegen, wie man sie legt. Positioniert man die Kondensatoren und Blitzableiter ungeschickt, schafft man keinen kompletten Stromkreis. Passt man nicht auf, wie das Kabel verläuft, fällt man schnell dem Blitz zum Opfer. Daneben gibt es Plättchen mit Teleportern, Faradayschen Käfigen und Windschutz, alle will man strategisch günstig verteilen. Vor allem die letzten Beiden sind beliebt, sie können ein Spielerleben entscheidend verlängern. Die Plättchen mit den Zahnrädern sind nicht zu vergessen. Sie will man bevorzugt legen, da sie einem ein Werkzeug bescheren, dies kann einen entscheidenden Vorteil für die Mission im Forbidden Sky bringen. Ein Blitzschutz hat mir schon öfter das Leben gerettet. Es ist wirklich spassig gemeinsam zu überlegen wo jetzt der günstigste Platz für ein Plättchen ist und mit welchem der Plättchen anderer Spieler es zusammenpasst. 

Neben dem Erkunden der Station ist es entscheidend, wo ich am Ende meines Zuges stehe. Denn die Natur schlägt fast immer heftig zu. Kann ich mir einen Blitzschlag noch leisten? Was macht mein Seil, geht noch ein Windstoß? Einer vielleicht, aber später im Spiel, zwei vielleicht sogar drei, da wird die Luft schon deutlich dünner und kann einem vorzeitig die Partie verhageln.

Und ja klar, der Hingucker ist der Stromkreis den wir bauen sollen, damit die Rakete die nötige Starthilfe bekommt. Hier ist das tolle Spielmaterial nicht einfach nur Selbstzweck, sondern spielerisch absolut notwendig. Das Kind im Manne freut sich dabei jedes Mal, wenn alle Leitungen richtig liegen und die Rakete startet (also so tut als ob 🙂 )

Also alles prima in „Forbidden Sky“?

Es tut mir wirklich Leid das sagen zu müssen – aber nein.

Es liegt schlicht am Wiederspielwert. Die erste Partie ist tatsächlich aufregend, wir waren zu dritt völlig absorbiert vom Spiel und irre gespannt ob das so klappen wird. Aber schon mit der zweiten Partie war das Rätsel geknackt und die Luft schon ziemlich raus. Wir wussten, wie die Plättchen zu legen waren damit der Stromkreis mit den Teilen gebaut werden kann. Das änderte sich auch nicht dadurch, dass wir mit der höchsten Schwierigkeit spielten. Die kommenden Partien hielten dann keine wirklich aufregenden Momente mehr bereit. Sicher, man musste immer noch etwas knobeln, wenn der Blitz zu oft einschlug. Trotzdem war es völlig beherrschbar. Wirklich schade.

Forbidden Sky punktet wegen der schönen Idee, die aber schon nach der ersten Partie vom Sturm verweht wurde. Die wirklich tolle Aufmachung und das Material können meines Erachtens nicht auf Dauer über diese Schwäche hinwegtäuschen. Ich kann das Spiel daher nicht mit gutem Gewissen empfehlen.


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Forbidden Sky

Schmidt Spiele


Autor: Matt Leacock
Dauer: 60 Minuten
Spieler: 2 – 5
Schwierigkeit: Einfach

Anmerkungen

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